Gesund wachsen

Zu Besuch bei einem Ferkelerzeuger (Januar 2012)

Ein Betriebswachstum um 200%: von 250 auf 750 Sauen, von einem auf drei Deckzentren, von einem auf drei Abferkelställe, von 1.040 auf 3.280 Ferkel aufzuchtplätze, von 10 auf 17 Flatdecks, von 40 auf 120 Plätze im Jungsaueneingliederungsstall, dazu noch eine Sauendusche für 25 Tiere und nicht zuletzt von 40 auf 100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche.

Im Zuge der Aufstockung des Betriebes der Familie Butschen aus Viersen- Mackenstein am Niederrhein vor gut einem Jahr wurde zudem der Kartoffelanbau aufgegeben, „da dieser zu arbeitsintensiv war und wir die Kapazitäten bei den Tieren brauchten“, so Juniorbetriebsleiter Franz- Josef Butschen. Stattdessen wird jetzt neben Zuckerrüben, Weizen und Gerste vor allem Mais für die neu errichtete Biogasanlage angebaut. Dabei werden 180 kW für den Eigenbedarf an Wärme und 150 kW zur Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk verbraucht, womit die Familie Butschen energieunabhängig ist und sich auch noch über eine Stromeinspeisevergütung freuen kann. „Endlich müssen wir uns nicht mehr über die stetig steigenden Energiekosten ärgern und eine große Rechnung fällt schon mal weg“, begründet der Seniorbetriebsleiter Norbert Butschen die Entscheidung für die Biogasanlage. Eventuelle Ausfälle der Biogasanlage könnten mit einem Wärmespeicher, der günstig von einer nahen Gärtnerei übernommen wurde, überbrückt werden.

Herzstück: Flüssigfutteranlage

Zudem wurde mit der Aufstockung auch der gesamte Betrieb auf Flüssigfütterung umgestellt. „Die Flüssigfütterung hat einfach sehr viele Vorteile für uns. Bei Futterumstellungen können wir stufenlos verschneiden, also innerhalb von 10 Tagen jeden Tag eine Veränderung von 10 %. Die Futterkurven werden zentral am PC eingestellt, die Futteraufnahme ist über den Soll/ Ist-Vergleich leicht zu kontrollieren und insgesamt auch höher als bei der Trockenfütterung“, berichtet Franz-Josef Butschen. Sowohl bei den Sauen, die im Wartestall in Gruppenhaltung mit einer Transponderstation gehalten werden, als auch bei den Ferkeln ist die Futteraufnahme ein wichtiger Parameter für den Gesundheitsstatus der Tiere. „Unverzichtbar ist allerdings auch eine regelmäßige Kontrolle und ein straffes Hygieneprogramm, wobei wir auf das Hygienekonzept von Desintec setzen. Das Ganze funktioniert aber nur mit qualifiziertem Personal und guten Beratern. Wir haben jetzt zwei festangestellte Ganztagskräfte, eine für die Deckzentren und den Abferkelbereich und eine für die restlichen Bereiche. Unsere beiden Angestellten denken wirklich mit, da muss man nicht immer selber anwesend sein, damit alles reibungslos läuft, auch in Bezug auf die Flüssigfutteranlage. Zusammen mit unseren beiden langjährigen Beratern, dem Tierarzt Dr. Christian Mandischer und Fütterungsexperte Norbert Gausling von der RWZ haben wir bisher noch jedes Problem in den Griff bekommen. Durch diese regelmäßigen und engmaschigen Kontrollen fallen auch schon Kleinigkeiten auf und wir können sofort reagieren“, berichtet Butschen weiter.

Geheimwaffe: innovative Säuremischung

Neue Sauen im Betrieb – neue Keime – hoher Krankheitsdruck – schlechte Leistung; so würde man es bei einer Verdreifachung des Tierbestandes während des laufenden Betriebes eigentlich erwarten. Doch der Leistungseinbruch blieb aus. Im Gegenteil: Seit der Aufstockung und der Umstellung auf Flüssigfütterung werden im Betrieb Butschen 35 % weniger Antibiotika eingesetzt. Metaphylaktisch werden grundsätzlich keine Antibiotika verabreicht und insgesamt ist der Krankheitsdruck gesunken. „Unsere Geheimwaffe ist die innovative Säuremischung in unseren Ferkelfuttern. Die darin enthaltenen Säuren haben Wirkung gegen verschiedenste Bakterien und stabilisieren den Darm. Bei dieser ausgetüftelten Kombination von verschiedenen Fütterungssäuren werden die schädlichen Bakterien im Magen-Darm-Trakt gehemmt und somit die positive Darmflora gefördert. Zusammen mit dem Probiotikum „erfüttern“ wir dann einen gesunden Darm. Anders als bei dem Einsatz von nur einer einzigen Fütterungssäure muss bei einer Mehr Prestarter füttern Eine frühe und hohe Futteraufnahme während der Säugezeit bildet die Basisfür einen erfolgreichen und gesunden Start in der Ferkelaufzucht. Die Zufütterung eines Prestarters hilft, das Energiedefizit zwischen gelieferter Energie aus der Sauenmilch und dem Energiebedarf eines Wurfes auszugleichen. Zudem sollte frühzeitig mit der Beifütterung begonnen werden, damit sich die Ferkel an die Aufnahme von festem Futter gewöhnen und die Stärkeverdauung sowie die Verdauung von pflanzlichen Eiweißen angeregt werden. Die Beifütterung ist umso wichtiger, je größer die Würfe sind und je kürzer die Säugezeit ist, da die Ferkel weniger Zeit zum „Fressen lernen“ haben. Somit müssen die Ferkel eine frühe und hohe Futteraufnahme realisieren. Daher wurde der Prestarter RWZProtec Pre mit dem Ziel weiterentwickelt, die Futteraufnahme zu verbessern. Auf dem Versuchsbetrieb De Grutto wurden die Ferkel (Topigs 30 x Piètrain) mit 2 mm-Pellets trocken ab dem 4. Lebenstag bis zum Absetzen (Tag 26) mit einer Zwischenwiegung am Tag 18 gefüttert. Nach intensiven Versuchen ist ein neues Geschmackskonzept entwi- Die Flüssigfutteranlage versorgt alle Tiere des Betriebes. TOP THEMA 4 RWZ-agrarReport 1/2013 Säuremischung der pH-Wert des Futterbreis nämlich nicht so stark abgesenkt werden und es gibt keine Probleme mit Aufnahmeverweigerung“, so der Betriebsleiter. Ab dem 7. Lebenstag bekommen die Ferkel den Prestarter RWZ-Protec Pre, ab dem 23. Lebenstag den Ferkelstarter RWZ-Protec A, ab 9 kg Körpergewicht das aufgrund der speziellen Säuremischung besonders sichere RWZ-Protec Plus, ab 12 kg RWZStart L und ab 17 kg RWZ-Start XL. In den Flatdecks wird über das Tränkewasser zudem die Säuremischung Miravit L-Cid Plus aus dem Desintec-Programm gegeben.

Top Tageszunahmen

Wegen der hohen Futteraufnahme durch die Flüssigfütterung im Flatdeckbereich sowie des Einsatzes von dem innovativen Prestarter RWZ-Protec Pre werden im Betrieb Butschen durchschnittlich 580 g Tageszunahmen zwischen dem 21. und 65. Lebenstag (bei drei Wochen Säugezeit) erreicht. Mit einer Futterverwertung von 1:1,6 und einer Verlustrate von nur 1,4 % im Flatdeck gehört der Betrieb zur Spitze.

Gutes Team als Basis

„Es war die richtige Entscheidung“, resümiert Franz-Josef Butschen über die Aufstockung und die Umstellung auf Flüssigfütterung. „Wir werden auch in Zukunft auf das bewährte Team setzen und sehen ganz entspannt nach vorne. Ein paar neue Ideen haben wir auch schon, man darf ja nie aufhören weiter zu optimieren.“


Kennen Sie schon das Produkt?

Um die Website optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, werden Cookies verwendet. Durch die weitere Nutzung der Webseiten stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen