Erfolgreich in NISCHENMÄRKTEN

Zu Besuch auf dem Johanneshof der Familie Schadeck in Lich (Juni 2014)

Christoph Gondolf (RWZ) und Betriebsleiter Wolfgang Schadeck auf dem Johanneshof in Lich.
Mit den Düngermischanlagen von der RWZ können die Nährstoffe individuell nach den Bodenuntersuchungsergebnissen gemischt werden.
Qualität ist auf dem Erdbeerfeld zum Selberpflücken das A und O.
Auf den schweren Böden vor der Maissaat setzt Wolfgang Schadeck zur schnellen Wirkung RWZ-Turbo Kalk ein.
Wolfgang Schadeck und RWZ-Berater Christoph Gondolf sehen sich regelmäßig die Bestände an.
Klein aber fein - der Hofladen auf dem Johanneshof in Lich.

Wolfgang Schadeck macht keine halben Sachen. „Ich ziehe immer das volle Programm durch. Schließlich geht es um die Absicherung meiner Investitionen in den Acker. Und wenn die arbeitsintensiven Sonderkulturen meine volle Aufmerksamkeit brauchen, kann ich mir keinen Kopf mehr machen, ob was auf dem Acker anbrennt.“

Wie die meisten seiner Berufskollegen in der hessischen Wetterau hat Wolfgang Schadeck nach und nach die Viehhaltung aufgegeben. Das letzte Tier ging 2002 vom Hof. In der mittlerweile reinen Ackerbauregion hat er sich in Nischenmärkten mit Erdbeeren und Kürbissen etabliert. Zum Johanneshof der Familie Schadeck in Lich gehören auch ein Hofladen und ein Blumenfeld. „Angefangen hat es damit, dass meine Frau ein Erdbeerfeld zum Selberpflücken gesucht und beide Felder mangels Masse geschlossen hatten. Da haben wir beschlossen, selbst auf einem Morgen Land Erdbeeren anzubauen, obwohl wir vom Erdbeeranbau keine Ahnung hatten. Wir haben uns bei Erdbeerbauern in Südhessen informiert und einfach losgelegt. Zum Glück ist Christoph Gondolf von der RWZ in Hungen vom Fach her Gartenbauer und konnte uns vor allem in der Anfangsphase viele wertvolle Tipps geben.“

Gute Erdbeerqualität

Inzwischen ist Schadeck ein Erdbeer-Profi und weiß genau, wie er auf Probleme reagieren muss. Aktuelle Informationen bekommt der Betriebsleiter vom amtlichen Warndienst in Bruchsal. „Ich nutze den Zeitvorsprung. Die Krankheiten und Schädlinge treten da unten etwas eher auf. Da weiß ich schon früh, was auf mich zukommt und kann noch reagieren. Wir haben hier keine Probleme mit Blütenstechern. Milben hatten wir nur 2 Mal in 10 Jahren. Dann schaue ich mir das genau an und wenn genug rote Raubmilben da sind, mache ich gar nichts. Ich lege großen Wert auf Feldrandhygiene und halte das Gras drumherum immer kurz. Damit hat man schon viel gewonnen. Unsere Erdbeeren sind zum Selberpflücken und müssen eine gute Qualität haben. Deswegen ist mir die Versorgung mit Spurennährstoffen wichtig. Ich gebe mehrmals Blattdünger von Lebosol und Yara über die Pflanzenschutzspritze.“

Highlight Kürbisfest

Jährliches Highlight auf dem Johanneshof ist das Kürbisfest: „Wir waren mal auf einem Kürbisfest und da haben wir uns gedacht, das könnten wir doch auch machen. Mit ein paar Kürbissen und einem eintägigen Kürbisfest hat es angefangen. Aber weil Halloween hier immer beliebter wird, hat das schon bald nicht mehr ausgereicht. Inzwischen bauen wir auf 2 ha alle möglichen Speise- und Zierkürbisse an, insgesamt etwa 130 Sorten. Wir machen das Kürbisfest jetzt an 3 Wochenenden im Herbst und es kommen jedes Mal rund 3.000 Besucher. Kürbisse sind unkompliziert im Anbau, nur die Keimfähigkeit der Kürbissamen lässt manchmal zu wünschen übrig.“ Für seinen Hofladen mit Selbstbedienung baut Wolfgang Schadeck zudem Kartoffeln an.

Frühe Sorten

Der Johanneshof liegt auf 160 Höhenmetern mit rund 550 mm Jahresniederschlag. Zum Betrieb gehören 85 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Drei Viertel davon liegen auf Löß und Braunerde mit mehr als 70 Bodenpunkten. Auf diesen Flächen hat der Betriebsleiter neben Kartoffeln, Erdbeeren und Kürbissen auch Zuckerrüben und Weizen im Anbau. Auf den schweren Tonböden mit rund 40 Bodenpunkten sind Weizen, Gerste, Raps sowie Mais und Hirse für Biogas in der Fruchtfolge. „Hirse braucht weniger Stickstoff als Mais und ist für Wildschweine nicht so attraktiv“, so Schadeck. „Wegen der Frühsommertrockenheit muss ich frühe Getreidesorten anbauen. Und um das Wild fernzuhalten soll der Weizen grannen haben. Im Weizen sind das Premio und Ambello, als Gerste habe ich Ketos im Anbau. Gerade dieses Jahr war das unser Glück. Bei den schweren Unwettern Anfang Juli waren unsere frühen Gerstenschläge schon längst geerntet.“

Passgenauer Dünger

Wie und wann er düngt entscheidet Wolfgang Schadeck anhand von Bodenproben, die er regelmäßig zieht und untersuchen lässt. Das ist besonders wichtig, weil erst vor 2 Jahren die Flächen im Zuge der Flurbereinigung zugeteilt wurden und die Flächen noch sehr inhomogen sind. Der Dünger wird anhand der Untersuchungsergebnisse in der RWZDüngermischanlage in Hungen schlagspezifisch gemischt. Mit dabei in den Mischungen: stabilisierter Stickstoffdünger. "Stabilisierten Dünger setze ich ein nach dem Motto 'Einmal drüber und vorüber'. Ich brauche meine Zeit für die Sonderkulturen. Und mit den schlagspezifischen Mischungen kann ich die inhomogenen Flächen ausgleichen und verschwende nichts", so der Betriebsleiter. Großen Wert legt er zudem auf regelmäßiges Kalken. Auf den schweren Böden vor der Maissaat setzt er zur schnellen Wirkung RWZ-Turbo Kalk ein.

Beratungsservice nutzen

Im Ackerbau gibt es eine Vielzahl an Sorten, Dünger- und Pflanzenschutzstrategien und immer wieder Innovationen, dass man nicht so einfach den Überblick behält. „Viele Informationen, was aktuell an Maßnahmen ansteht, bekomme ich durch die Ackerbauberatung und die Feldrundgänge der RWZ. Dieses Jahr hätte ich ansonsten die Behandlung gegen Gelbrost verpasst – und wir hatten hier ganz massiv Probleme. Wer nicht rechtzeitig behandelt hat, dessen Getreide war sichtbar gelb! Ich nutze den Beratungsservice von der RWZ seit vielen Jahren und fahre gut damit“, resümiert Wolfgang Schadeck.

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