POTENZIAL ausschöpfen

Zu Besuch auf dem Betrieb der Familie Klug in Heuchelheim (Juni 2014)

Thorsten Klug und RWZ-Berater Klemens Kammer passen die Ration immer an die Grundfutterqualität an.
Vom vielfrequentierten Radweg Gießen-Wetzlar kann man einen direkten Blick in den Stall werfen.
Thorsten Klug befüllt den Futtermischwagen.
Die Kälber bekommen als Beifutter im Trog RWZ-Kälberkraft extra zur freien Aufnahme angeboten.
"Leistung ist nicht gleich Fütterung. Das ganze Management muss stimmen", so Thorsten Klug.
Stall und Biogasanlage der Klug GbR.

Arbeiten auf dem Präsentierteller – das ist Alltag bei der Klug GbR. Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Klug liegt direkt an einem großen Wohngebiet von Heuchelheim, der Hauptbahnhof der Universitätsstadt Gießen ist nur 1 km Luftlinie entfernt, in unmittelbarer Nähe fließt die Lahn und gleich hinter der Biogasanlage liegt ein beliebter Badesee. Zudem führt mitten durch den Betrieb der vielfrequentierte Radweg Gießen-Wetzlar.

Bei der Klug GbR werden 150 ha Ackerland und 90 ha Grünland bewirtschaftet. Herzstück ist die Milcherzeugung mit den 200 Schwarzbunten Kühen, die Haltung der 80 Kälber zur Nachzucht sowie seit Ende 2013 eine Biogasanlage mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk und Fernwärmenutzung. „Wir erzeugen 190 KW ‚Gießener Grünstrom‘ und versorgen 160 Haushalte mit Wärme. Bis hierhin war es ein mühseliger Weg. Weil wir so im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, müssen wir unsere Vorhaben intensiv kommunizieren. Bei Bauvorhaben gibt es immer Widerstände. Trotz bestmöglicher Transparenz schafft man es leider nie, alle mit ins Boot zu bekommen. Der Bauantrag für einen neuen Melkstand liegt schon seit über 2 Jahren beim Bauamt. Wir müssen immer noch unsere 200 Kühe in einem Doppelachter- Fischgrätenmelkstand melken, der eigentlich nur für 120 Kühe ausgelegt ist. Auch, weil eine Melkzeit 3 Stunden dauert, ist Zeit für uns im Moment der begrenzende Faktor“, erklärt Betriebsleiter Thorsten Klug die Besonderheiten des Betriebes.


Brunsterkennung

Der Melkstand mit dem Boxenstall haben die Klugs im Jahr 2000 für 120 Kühe gebaut und 2009 um 100 Liegeboxen erweitert. 2003 kam eine neue Maschinenhalle dazu. „In den letzten Jahren sind der Betrieb und die Herde stark gewachsen. Deswegen war eine Leistungssteigerung bei den Kühen einfach nicht drin. Die Zwischenkalbezeit ist sogar weit nach hinten gerutscht. Im Moment liegen wir bei 396 Tagen. Die Nachzucht haben wir schon teilweise ausgelagert, damit wir mehr Zeit für die melkenden Kühe haben“, so Seniorbetriebsleiter Hans Klug. „Der Betrieb hat ganz viel Potenzial, das es noch zu bergen gilt. Als erstes steht jetzt die Optimierung der Leistung bei den Kühen an. Die Kühe werden künstlich besamt, die Rinder nicht. Deswegen sehen wir vor allem bei der Brunsterkennung viel Reserve. Hier wägen wir noch die Investition in ein elektronisches System zur Unterstützung bei der Brunsterkennung ab. Durch die Nähe zur Tierklinik der Universität Gießen ist die tierärztliche Versorgung hier sehr gut und wir überlegen, in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt ein Fruchtbarkeitsprogramm durchzuführen.“


Ration für Kühe

Die melkende Herde bekommt aktuell als Grundration für 25 kg Milch über einen selbstfahrenden Futtermisch- und Verteilwagen 22 kg Maissilage, 16 kg Grassilage, 2,5 kg Gerstenschrot, 0,2 kg Stroh und 4,2 kg RWZ-ProfiMix K vorgelegt. RWZ-ProfiMix K ist ein speziell für den Betrieb Klug gemischtes Ausgleichsfutter aus verschiedenen Eiweißkomponenten und Mineralfutter. Dies wird laufend auf die jeweilige Grundfuttersituation und -qualität angepasst. Tierindividuell wird je nach Milchmenge an den Futterstationen per Transponder das Milchleistungsfutter RWZ-Profi K zugeteilt. Derzeit liegt die durchschnittliche Milchleistung bei knapp 9.000 kg pro Kuh und Jahr mit 3,4 % Eiweiß und 4,34 % Fett.


„Leistung Fütterung“

Diese Zahlen will RWZ-Milchviehspezialberater Klemens Kammer noch verbessern: „Leistung ist nicht gleich Fütterung. Das ganze Management muss stimmen. Hier gilt es, die richtigen Puzzleteile aus Kälberaufzucht, Herdenmanagement, Menge und Qualität der Liegeboxen, Kuhkomfort, hoher Grundfutterqualität und -aufnahme, Belüftung bis hin zur Hygiene zusammenzusetzen. Das Kraftfutter alleine bringt nicht den großen Leistungsschub. Es muss schon sonst alles stimmen. Dann ist das Leistungsfutter das i- Tüpfelchen. Größeres Augenmerk wollen wir auch auf die Fütterung der Trockensteher legen. Durch den Einsatz der mineralstoffreichen Leckmasse Crystalyx Trockensteher erreichen wir eine höhere Grundfutteraufnahme und -verdaulichkeit. Die Kuh wird fit und nicht fett.“


Kälber an Aufzuchtbetrieb

Die Kälber erhalten zu Beginn Kolostrum und werden danach über einen Tränkeautomaten mit einem Milchaustauscher versorgt. Als Beifutter wird im Trog RWZ-Kälberkraft extra zur freien Aufnahme angeboten. Im Alter von rund 5 Monaten gehen die Tiere dann an einen Aufzuchtbetrieb. Dort werden die Rinder von einem Bullen gedeckt, damit die Tiere sicher tragend werden. Allerdings ist dann der erste Abkalbetermin nicht immer genau bestimmbar. Als hochtragende Färsen kommen sie schließlich einen Monat vor dem Abkalben zum Betrieb Klug zurück.


Hygiene für gesunde Klauen

Hygiene ist auf dem Betrieb Klug ein wichtiger Punkt. Der Spaltenboden wird von einem Lely Spaltenroboter gereinigt. „Dadurch ist es immer schön sauber, trocken und wir haben kaum Klauenprobleme. In den Liegeboxen ist auch weniger Schmutz. Dort streuen wir mit Desical Plus ein. Seitdem sind unsere Zellzahlen deutlich nach unten gegangen. Früher haben wir mit einem Hygienekalk eingestreut, aber da hatten wir große Probleme mit trockenen Eutern und rissigen Zitzen. Das hat einfach nicht funktioniert“, so Thorsten Klug. „Inzwischen sind wir zu 100 % RWZ-Kunde – Futter, Einstreu, Melkstandreiniger und Maschinen, alles kommt von der RWZ. Die Beratung und der Service passen einfach. Wir werden als ganzer Betrieb beraten und nicht nur in einem Teilbereich.“


Tag des offenen Hofes

Im Juni wurde die Biogasanlage im Rahmen eines großen Hoffestes am „Tag des offenen Hofes“ feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt. „Das war nach der Einweihung des Kuhstalls und dem großen Hoffest 2010 schon die 3. Veranstaltung dieser Art. Wir setzen konsequent auf Transparenz und Dialog. Wir wollen die Menschen dafür sensibilisieren, wie ihre Lebensmittel produziert werden – nämlich nicht in einer Fabrik, sondern auf einem landwirtschaftlichen Betrieb", so Hans Klug.

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