GUT BERATEN in schweren Tagen

Zu Besuch beim Milchviehbetrieb von Familie Bauer in Lebach (2013)

Milchviehbetrieb Bauer, Lebach
Milchviehbetrieb Bauer, Lebach
Milchviehbetrieb Bauer, Lebach
Milchviehbetrieb Bauer, Lebach
Milchviehbetrieb Bauer, Lebach

In vielen tierhaltenden Betrieben ist Arbeitskraft der limitierende Faktor. Wenn dann noch plötzlich und unerwartet der Betriebsleiter verstirbt, sind kompetente und zuverlässige Mitarbeiter und Berater essentiell.

 

Im Betrieb der Familie Bauer im saarländischen Lebach mit 150 Schwarzbunten Milchkühen, 210 ha Ackerland und 90 ha Grünland ist diese Situation im Sommer 2007 eingetreten, als der Vater Richard Bauer im Alter von 56 Jahren durch einen Autounfall ums Leben kam. Von einem Tag auf den anderen musste sein Sohn Stefan die Betriebsleitung übernehmen. „Erschwerend kam noch hinzu, dass mein Vater damals gerade das benachbarte Sägewerk zur Betriebserweiterung gekauft hatte. Außerdem stand durch die Reaktivierung der Bahntrasse Heusweiler- Lebach die räumliche Teilung unserer Betriebsflächen an“, beschreibt Stefan Bauer die schwierige Lage vor knapp sieben Jahren. „Für unseren Betrieb war es zu der Zeit ungemein wichtig, dass ich mich auf unseren Mitarbeiter Steffen Jochem blind verlassen konnte und unsere langjährigen Berater von der RWZ, Ludwig Probst für Milchviehfragen und Peter Lang für Ackerbaufragen, an unserer Seite standen.“ So wurde der Betrieb aus arbeitswirtschaftlichen Gründen ab 2008 auf pfluglose Bewirtschaftung umgestellt. Die Rationsgestaltung der Milchkühe konnte inzwischen so weit optimiert werden, dass die Befüllung des Futterverteilwagens nur noch aus den hofeigenen Gras- und Maissilagen, RumiPlus (Luzerne) sowie einer betriebsindividuellen Hofmischung von der RWZ besteht.

RumiPlus als Lösung

RumiPlus wurde 2012 in die Ration aufgenommen, nachdem mehrere Fälle von akuter Mastitis aufgetreten und die Zellzahlen über Nacht von 130.000 auf 220.000 gestiegen waren. „Zusammen mit Ludwig Probst konnten wir das mit einem Kilo je Kuh und Tag eingesetzte frisch geerntete Weizenstroh als Ursache ausmachen. Trotz augenscheinlich einwandfreier Qualität war das Stroh stark verpilzt und die Analyse ergab eine hohe Belastung mit dem Pilzgift DON. Als Strukturausgleich haben wir daraufhin RumiPlus, also künstlich getrocknete Luzerne, in die Milchviehration aufgenommen. Wir legen großen Wert auf Eutergesundheit. Deswegen setzen wir jetzt gar kein Weizenstroh mehr in der Fütterung ein, sondern nur noch RumiPlus. Gerade bei der diesjährigen feuchten Grassilage mit Schnittzeitpunkt 9. Mai 2013 haben wir durch den Einsatz von RumiPlus einen enorm positiven Effekt beim Wiederkauverhalten der Kühe gesehen. Außerdem streuen wir die Liegeboxen mit Rapsstroh bzw. Sägemehl und Desical ein. Damit haben wir sehr gute Erfahrung gemacht und wir können immer den S-Klasse- Zuschlag von 0,77 Cent pro Kilo Milch mitnehmen“, so Stefan Bauer. Die Hofmischung wird bei Grundfutterumstellungen immer wieder angepasst und optimiert. Abgerundet wird die Mischung mit der betriebsindividuellen Ergänzung an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen zur Absicherung der Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit. Über Transponder erhalten die Kühe je nach Leistung bis zu 5 kg RWZ-Kraft Corn 204 je Tier und Tag und als Lockfutter im Melkstand wird 1,0 kg RWZ-Kraft 194 MG eingesetzt.

Hohe Arbeitseffizienz

Heute sind die Aufgaben im Betrieb Bauer klar verteilt: Mutter Getrud (0,3 AK) kümmert sich um die Kälberaufzucht, Steffen Jochem (1,0 AK) ist für das Milchvieh wie auch das Melken verantwortlich und Stefan Bauer (1,0) bewirtschaftet das Acker- und Grünland. Des Weiteren kümmert er sich um die Fütterung/Besamung und die Managementaufgaben des Betriebes. Im Betrieb stehen also nur 2,3 AK zur Verfügung, weshalb Mähdrusch, das Häckseln der Grasund Maissilage sowie das Fahren der Gülle zur örtlichen Biogasanlage ein Lohnunternehmer übernimmt. Aber schon vor dem Schicksalsschlag 2007 hatte die Erhöhung der Arbeitseffizienz höchste Priorität. Seit dem Jahr 2000 wird in einem 20er-Melkkarussell mit Milchmengenmessung, Pedometer und Leitfähigkeitsmessung gemolken. Ziel der Investition war es, 100 Kühe pro Stunde mit nur einer Arbeitskraft zu melken und gleichzeitig das Fruchtbarkeitsgeschehen EDV-unterstützt zu überwachen. Über die Leitfähigkeitsmessung, die Milchmengenmessung und die Pedometer werden über 90 % der brünstigen Kühe erkannt und können besamt werden. Nebenbei wurde der Boxenlaufstall um 60 Liegeplätze erweitert, sodass insgesamt 160 melkende Kühe und 30 Trockensteher Platz finden. Das Jungvieh ist in alten Laufställen untergebracht.

Weiter optimieren

„Wir haben uns vorgenommen, die Herdenleistung weiter zu optimieren und in den nächsten Jahren die 10.000 kg zu packen, allerdings nicht zu Lasten der Tiergesundheit. Da wollen wir bei konstanter Kuhzahl Schritt für Schritt in Richtung 30.000 kg Lebensleistung kommen. Aber auch die Arbeitswirtschaft bzw. Arbeitseffizienz wird immer weiter verbessert“, so Stefan Bauer über seine Ziele für die nächsten Jahre. „Und das weiterhin mit der RWZ!“

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