Ein etwas anderer FAMILIENBETRIEB

Zu Besuch beim Milchviehbetrieb der Familie Mullender in Welkenraedt (Mai 2013)

Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt
Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt
Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt
Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt
Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt
Milchviehbetrieb Mullender, Welkenraedt

„Wenn man etwas wirklich will, kann man es schaffen.“ Mit dieser Einstellung hat die Familie Mullender aus Welkenraedt in der Region Lüttich, einer bergigen Grünlandregion Belgiens, einen der erfolgreichsten Milchviehbetriebe Belgiens aufgebaut. 2012 lagen der Melkdurchschnitt bei 12.785 kg und die Färsenleistung bei 39 l in den ersten 100 Tagen. Im Durchschnitt erreichen seine Kühe mehr als vier Laktationen und über 17 l Lebenstagleistung. In Fütterungsfragen wird der Betrieb seit über 18 Jahren von RWZMilchviehspezialist Leo Roebroek beraten.

1986 beschließt Jean-Marie Mullender gegen den Willen seines Vaters Landwirt zu werden. In Kettenis pachtet er den Rinderstall seines Vaters, kauft ihm 16 Kühe ab und fängt an zu melken. An seine erste Kraftfutterbestellung erinnert er sich genau: „Mein Konto war komplett leer und ich brauchte zwei bis drei Milchgelder, bevor ich meine ersten Rechnungen bezahlen konnte. Ich habe viel riskiert, konnte aber schon im nächsten Jahr in Quote investieren. Dabei haben wir immer aufs Kaufen gesetzt und nicht aufs Pachten.“ Und Ehefrau Fabienne Mullender ergänzt: „Damals wurde es uns sehr schwer gemacht und wir bekamen viele Steine in den Weg gelegt. Aber Jean-Marie ist ein sturer Eigenbrödler. Er hat seine Meinung und vertraut komplett auf seinen Kuhverstand. Sein Verständnis von der Zucht hat er von seinem Vater. Wir hatten kein Geld um Kühe zuzukaufen. Die 16 Kühe, die wir hatten, und deren Kälber mussten marschieren. Jeder Cent wurde in die Kühe gesteckt und nicht in Technik oder Maschinen. Wir hatten schon immer alte Melktechnik und Traktoren, dafür aber hochwertiges Futter und sehr gutes Sperma. So konnten wir über die Jahre Kühe mit Spitzengenetik züchten.“ Im Jahr 2000 kauften Fabienne und Jean-Marie Mullender den Milchviehbetrieb in Welkenraedt. Dort melken die Mullenders heute zusammen mit ihren vier Töchtern 70 schwarzbunte HFKühe, bewirtschaften 40 ha Grünland und bauen auf 5 ha Silomais an.

Melken und Züchten

Melken und Züchten – das sind die beiden Standbeine des Betriebes. Beim Melken gilt: „So viel Milch mit so wenig Kühen wie möglich.“ Und was der Landwirt mit seiner Zucht vorgibt, bereitet dem RWZFütterungsspezialisten Leo Roebroek oft genug Kopfzerbrechen: „Mullenders Kühe müssen ökonomisch sein, also gesunde Kühe, die viel Milch geben. Da kommt nur Bestes auf den Futtertisch.“ Durch den Einsatz von gesextem Sperma werden jährlich zwischen 30 und 40 Färsen sowie rund 15 Bullen verkauft. „Bei uns gehen so gut wie alle Kälber in die Zucht. Der Tierverkauf ist unser zweites Standbein und hilft uns über so ein schlechtes Milchwirtschaftsjahr wie 2012 hinweg. Ich werde oft für meinen veralteten Maschinenpark ausgelacht. Aber wir wohnen in einer Grünlandregion und da muss ich aus meinen Kühen rausholen, was möglich ist, also nicht nur die Milch. Auch die Nachzucht müssen wir zu Geld machen“, so der Betriebsleiter.

Kälber als Grundlage

Die Familie ist gut organisiert, die Aufgaben klar verteilt und alle packen mit an. So haben die Töchter Angelique und Catherine schon bei den Umbauten des Hofes tatkräftig mit angepackt. Heute sind Mutter Fabienne und Tochter Marilyn für die Kälberaufzucht verantwortlich. Fabienne sorgt dafür, dass jedes Kalb innerhalb der ersten 1,5 Lebensstunden Kolostrum bekommt. Die Biestmilch wird mit einem speziellen Zusatz von Immunglobulinen versetzt, da diese aufgrund der hohen Milchleistung nicht immer den optimalen Schutz bietet. Die Erstversorgung des Kalbes wird sehr ernst genommen. Weiter bekommen die Kälber die ersten 14 Lebenstage den Mineralstoff- und Spurenelementzusatz RWZ-Vitalcure, wobei während dieser Zeit drei Mal täglich die RWZ-Kälbermilch Primus getränkt wird. Nach 2–3 Wochen fangen die Kälber langsam an zu fressen, sodass sich der Pansen entwickelt. Fabienne tränkt dann zwei Mal täglich. Durch die spezielle Kälberfütterung mit RWZ-Kälberkraft Extra und Kälberhäckselstroh kommen die Kälber gut ans Fressen. Mit rund 45 Tagen fressen die Kälber über 1,5 kg Kälberkraftfutter.

Hohe Färsenleistung

Die intensive Kälberaufzucht von Fabienne und Marilyn ermöglicht eine problemlose Rinderaufzucht und ein Erstkalbealter von 25 Monaten bei einer Färsenleistung von durchschnittlich 39 l in den ersten 100 Tagen. Damit haben die Mullenders 2012 die ersten fünf Plätze bei den höchstleistenden Färsen in der Region Liège belegt. „Trotz aller Tierliebe müssen wir ökonomische Kühe melken. Eine Kuh, die kein Geld verdient, verlässt den Betrieb. Der niedrige Milchauszahlungspreis lässt uns keine Luft für durchschnittliche Kühe. Von 2007 bis 2012 konnten wir eine Leistungssteigerung von 1.800 kg Milch und 132 kg Inhaltsstoffen erreichen“, fasst Tochter und Computerexpertin Estelle die Entwicklung der Tierleistung zusammen. Trotz der enormen Färsenleistungen legt Jean-Marie Mullender ebenso großen Wert auf Langlebigkeit. Im Durchschnitt erreichen seine Kühe über vier Laktationen und 17 l Lebenstagsleistung. Schon 1993 feierte er mit „Nelly“ seine erste 100.000 l-Kuh und 1998 die erste Kuh der Wallonie mit 10.000 kg Inhaltsstoffen.

Nie am Futter sparen

Die Kühe haben so früh und so lange wie möglich freien Zugang zu rund 25 ha Weidefläche. Gefüttert wird abends von den Töchtern Estelle oder Catherine mit einem Verteiler: 85 % Grassilage, 15 % Maissilage, 2 kg gutes Wiesenheu, 3 kg Trockenschnitzel, 2 kg Weizenkleie und Mineralfutter über Crystalyx-Leckschalen. Mullenders setzen nur hochqualitative Futtermittel ein, auch oder gerade in schlechten Zeiten. „Ich habe in der Vergangenheit schon viele Kraftfutter ausprobiert. Hier haben auch schon viele Futterberater Rationen gerechnet und Fütterungen empfohlen, aber Leo kommt hier nicht umsonst seit über 18 Jahren. Die RWZ-Futter funktionieren einfach am besten und das Futter ist nicht einfach austauschbar“, so Jean-Marie Mullender. Und Fabienne ergänzt: „Leo kümmert sich um sämtliche Fragen, besonders wenn Probleme auftauchen. Sei es das Futter, das Dippmittel von Desintec, Mineralstoffe oder die Liegeboxen. Er ist immer unser Retter in der Not. Hier kommt kein anderer Berater als der RWZ-Berater.“

Hohes Ziel

„Vor 13 Jahren haben wir den Betrieb und vor 3 Jahren einen neuen Stall gekauft. Wir haben immer in guten Zeiten für schlechte Zeiten investiert. Momentan ist unsere Hauptaufgabe, täglich nah am Tier zu sein, um das Maximum auszuschöpfen. Unser Ziel ist, das Leistungspotential der einzelnen Tiere weiter zu steigern. Wenn wir weiter in unsere Tiere investieren, indem wir nur hochwertiges Futter nehmen, gutes Sperma verwenden und viel Zeit bei den Tieren verbringen schaffen wir das auch!“

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