Volles HYGIENE-PROGRAMM

Zu Besuch auf dem Betrieb der Familie Deselaers in Kerken (Dezember 2014)

Betriebsleiter Wilfried Deselaers, Michel Int-Veen und Norbert Gausling von der RWZ werfen einen Blick auf die Chlordioxidanlage und Säuredosierung
Die Wasserleitungen sind aus Kunststoff und vollständig als Rundlauf konzipiert. So gibt es keine Sackgassen.
Klare Augen und ein glattes Fell sind Zeichen des Wohlbefindens, die Kuhle auf dem Rücken ist ein Qualitätsmerkmal

Wilfried Deselaers aus Kerken ist Schweinemäster aus Leidenschaft. Das Wohl seiner Tiere steht bei ihm an oberster Stelle. Als 2012 der Bau eines neuen Schweinemaststalles mit 1.600 Plätzen zur Ergänzung seiner 1.050 Mastplätze anstand, hat er sich vorher andere Mastställe angesehen und hier besonders auf Stall- und Wasserhygiene geachtet.

Hygiene von Anfang an

„Mir nutzt das beste Futter nichts, wenn die Wasserleitungen dreckig sind und die Tiere krank werden“, so der Betriebsleiter. „Manchmal tut man sich schwer, gewisse Dinge anzugehen. Deshalb wollte ich die Chance, in einem neuen Stall hygienisch alles richtig zu machen, unbedingt nutzen. Eine einwandfreie Hygiene ist für mich Grundvoraussetzung für gute Leistungen, auch in Bezug auf Salmonellen. Ich mache das nicht nur fürs gute Gewissen. Durch einen hohen Gesundheitsstatus beim Schwein bekomme ich zufriedenere Tiere. Der Medikamenteneinsatz wird dadurch auf ein Minimum reduziert.“ Im neuen Maststall werden die Abteile (2 x 600 und 2 x 200 Mastplätze) mit einer jeweils 800er Ferkelgruppe belegt und mit einem strikten Rein-Raus-Verfahren gearbeitet. Um den Fliegenbesatz von Beginn an niedrig zu halten, hat Wilfried Deselaers 5 cm Wasser im Güllekeller gelassen und dann das Fliegenmittel LarvEx Konzentrat von Desintec mit 20 g/Bucht zugesetzt.

Keine Sackgassen in Wasserleitungen

„In der Vergangenheit hatten wir Probleme mit erhöhten Eisen- und Mangangehalten im Brunnenwasser. Deswegen habe ich vor 2 Jahren eine Enteisungsanlage installiert. Seitdem ist die Wasserqualität deutlich besser geworden. Im neuen Stall wollte ich von Anfang an mit Chlordioxid arbeiten, so dass sich ein Biofilm gar nicht erst bilden kann. Mit Eisen im Wasser funktioniert Chlordioxid aber nicht“, erklärt Wilfried Deselaers. Chlordioxid wird mit 0,1 l je 1.000 l eindosiert. Die Wasserleitungen sind aus Kunststoff und vollständig als Rundlauf konzipiert. Es gibt also keine Sackgassen, in denen sich Keime vermehren können. Die Wasserregelung erfolgt abteilungsweise. So können die jeweiligen Altersgruppen speziell über das Tränkewasser behandelt werden.

Säure bringt viele Vorteile

RWZ-Hygieneberater Michel Int-Veen hat zudem Wilfried Deselaers zum Einsatz der Mischsäure Miravit L-cid Standard geraten: „Zur Förderung des Wohlbefindens der Schweine ist der Einsatz einer Säure über das Tränkewasser wichtig. Miravit L-cid Standard ist eine Mischung aus Ameisen-, Milch-, Propionsäure und Natriumformiat. Der pH-Wert im Darm wird abgesenkt und die positive Darmflora unterstützt. Für Schadkeime wie Colibakterien, Salmonellen oder Streptokokken ist das ein ungünstiges Milieu, die Vermehrung wird gehemmt. Gerade Salmonellen können mit Säure gut unterdrückt werden.“ Ein gesunder Darm verbessert insgesamt die Immunabwehr des Schweins. Weniger Schadkeime bedeuten auch weniger Endotoxine im Darm. Diese gelangen über die Darmwand in die Blutbahn und schädigen die feinen Blutäderchen. Endotoxine stehen im Verdacht, Ursache für Ohrrand- und Schwanznekrosen zu sein. „Wenn Säuren eingesetzt werden, sind die Tiere sauberer und haben klarere Augen. Für eine biozide Wirkung muss man aber mindestens 1 l Säure auf 1.000 l Wasser einsetzen. Bei dieser Dosierung schmeckt den Tieren das Wasser auch besser und sie fressen mehr. Das merkt man dann auch an den Tageszunahmen“, so Int-Veen weiter.

Wasserverbrauch im Blick

Den täglichen Wasserverbrauch überprüft Wilfried Deselaers mit Hilfe einer Wasseruhr. Ein zu niedriger Wasserverbrauch ist immer ein Alarmzeichen und kann beispielsweise ein Krankheitsgeschehen ankündigen. Zudem erfolgt beim Wasser regelmäßig eine pysikalisch-chemische und mikrobiologische Untersuchung.

Striktes Hygienekonzept

Nach der Ausstallung arbeitet Wilfried Deselaers ein striktes Hygienekonzept ab. Der Stall wird eingeweicht und grob mit dem Hochdruckreiniger gewaschen. Mit dem chemischen Reinigungsmittel Desintec Stall-Clean-Profi weicht er den Stall 2–3 Stunden ein, was die anschließende Reinigung deutlich verkürzt und vereinfacht, da Eiweiß und Fettfilme schon gelöst sind. Im sauberen Stall setzt er das Fliegenmittel Desintec LarvEx Konzentrat in der Gülle ein. Abschließend sprüht Deselaers den Stall mit dem Desinfektionsmittel Peroxx-flüssig ein und verwendet bei erhöhten Leberbefunden zusätzlich Desintec FL-des Allround gegen die Wurmeier. Großen Wert legt der Betriebsleiter auf die Reinigung des Zentralgangs, der Verladerampe und der Treibbretter, denn: „Es bringt nichts, einen perfekt sauberen und desinfizierten Stall zu haben und dann ist das Drumherum dreckig“, erklärt Deselaers.

2-phasige Fütterung

Neben der Hygiene sind für Wilfried Deselaers die Herkunft der Ferkel und des Futters von zentraler Bedeutung. Die Ferkel für den neuen Stall stammen von einem RWZFutterkunden, bei dem die Tiere ab 22 kg Lebendgewicht RWZ Uni-Start HE bekommen und im Betrieb Deselaers keine Futterumstellung haben. RWZ-Schweinespezialberater Norbert Gausling steht dem Betriebsleiter schon seit vielen Jahren besonders in Fütterungsfragen mit Rat und Tat zur Seite: „Wir haben uns für eine 2-phasige Fütterung entschieden. In der Vormast von 30–65 kg gibt es RWZ Uni-Start HE, in der Mittel- und Endmast RWZ Uni 132 MF gepresst. Wir hatten auch schon mal ein 3. Mastfutter ab 90 kg eingesetzt, aber das hat die Tiere in der Endmast ausgebremst.“ Die Leistung hat sich im neuen Stall gut entwickelt. Mittlerweile liegen die Tageszunahmen bei mehr als 850 g, so dass Wilfried Deselaers jährlich über 3 Mastdurchgänge schafft, bei Verlusten von nur 1,5 % und 1,0 Indexpunkten je kg Schlachtgewicht.

Bei Hygiene konsequent dranbleiben

Gemeinsames Ziel ist es, die hohe Leistung dauerhaft zu stabilisieren und noch zu verbessern. „Mit Hygiene muss man einen langen Atem haben und sein Konzept konsequent durchziehen. Wenn man nicht dranbleibt, läuft die Sache aus dem Ruder und das Ganze ist nur schwer wieder einzufangen“, resümiert Wilfried Deselaers.

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