Gelebte PARTNERSCHAFT

Zu Besuch bei den Betrieben Janßen und Hübecker in Straelen und Grefrath (November 2016)

Stefan Janßen setzt voll auf RWZ-Schweinespezialberater Norbert Gausling und RWZ-Hygieneberater Michel Int-Veen (v. l. n. r.).
Stefan Janßen setzt voll auf RWZ-Schweinespezialberater Norbert Gausling und RWZ-Hygieneberater Michel Int-Veen (v. l. n. r.).
Norbert Gausling, Fabian Hübecker, Michel Int-Veen, Toni Hübecker und Sebastian Hübecker (v. l. n. r.) begutachten regelmäßig die Tiere und besprechen aktuelle Maßnahmen.
Norbert Gausling, Fabian Hübecker, Michel Int-Veen, Toni Hübecker und Sebastian Hübecker (v. l. n. r.) begutachten regelmäßig die Tiere und besprechen aktuelle Maßnahmen.
Die meisten Tiere sind aufgrund des gut sättigenden Mehlfutters während der Ruhephase in Seitenlage.
Die meisten Tiere sind aufgrund des gut sättigenden Mehlfutters während der Ruhephase in Seitenlage.
Obwohl noch Striche bei der Sau frei sind, werden die Milchtassen gut angenommen. Besonders die kleinen Ferkel profitieren und die Würfe werden gleichmäßiger.
Obwohl noch Striche bei der Sau frei sind, werden die Milchtassen gut angenommen. Besonders die kleinen Ferkel profitieren und die Würfe werden gleichmäßiger.

Seit zwei Jahren bekommt die Hübecker GbR Schweinemast aus Grefrath ihre Mastferkel ausschließlich von Ferkelerzeuger Stefan Janßen aus dem 7 km entfernten Straelen geliefert. Heute besteht zwischen den beiden Betrieben, dem Tierarzt und den Beratern eine gelebte Partnerschaft – mit vielen Vorteilen.

„Wir sind sehr gläsern und offen. Für eine langfristige Geschäftsbeziehung ist das besser und dient dem Ergebnis“, ist Stefan Janßen aus Straelen überzeugt. „In den letzten Jahren war es durch die immer neuen Auflagen und Initiativen nicht einfach, mit Schweinen Geld zu verdienen. Umso mehr müssen wir unsere Grenzkosten im Auge behalten. Wir versuchen, qualitativ gute Ferkel zu erzeugen, die vom Markt auch dementsprechend bezahlt werden.“ Stefan Janßen hält 1.200 Sauen (Danzucht) im Wochenrhythmus und verkauft jede Woche rund 750 Ferkel (Danzucht x Pietrain). Die Produktionsleistung pro Sau und Jahr konnte er in den letzten Jahren auf über 32 abgesetzte Ferkel steigern. Alle vier Wochen ziehen 800 der Janß’schen Ferkel mit 26–28 kg Einstallgewicht zu den Hübeckers um. „Früher haben wir die Ferkel aus Ostdeutschland bezogen. Ich wollte das früher nicht so wahrhaben, dass mit guter Genetik gutes Geld verdient werden kann. Allerdings ist das auch ein Schwein, mit dem man sich beschäftigen und sich drum kümmern muss, da ist der Anspruch schon hoch“, so Betriebsleiter Toni Hübecker.

Abgestimmte Fütterung

Beide Betriebe füttern RWZ-Futter und haben mit RWZSchweinespezialist Norbert Gausling denselben Fütterungsberater. So ist ein durchdachtes Fütterungs- und Hygienesystem vom Saugferkel bis zur Endmast möglich. Ferkelerzeuger Janßen erklärt: „Hier im Betrieb wird die Basis gelegt, dass die Ferkel in der Mast so gleichmäßig sind. Wir verwenden nur eine Genetik, ausgesuchte und abgestimmte Pietrain-Eber auf Danzuchtsauen. Bei der Fütterung fängt die Gleichmäßigkeit mit dem Tassensystem an. Im Abferkelstall geben wir über die Tassen ab dem 1. Lebenstag die Elektrolyttränke Vitalfort für eine gute Elektrolytbilanz und Vitalität. Ab dem 5. Lebenstag gibt es die Ferkelmilch Lacto Extra mit Blutplasma von Denkavit. Ab dem 10. Lebenstag setzen wir bis zum Absetzen den flüssigen Prestarter Denkavit Lacto Next ein und zusätzlich ab dem 14. Lebenstag über Beifutterschalen das Absetzfutter Denkavit Protec A mini.“ Und RWZSchweinespezialist Norbert Gausling ergänzt: „Nach dem Absetzen erhalten die Ferkel im Flatdeck für 10–14 Tage nur noch Protec A mini und danach HEI ES SF1,was noch einen Ergänzer von Denkavit enthält. So ist der Futterübergang einfacher. Ab 12 kg gibt es dann HEI ES SF3, was auf Futteraufnahme und Futterverwertung ausgelegt ist. Dieses Futter ist zwar noch nicht lange im Betrieb, zeigt aber schon positive Wirkung in Richtung Tageszunahmen und Bemuskelung für ein gutes Aussehen für die Vermarktung. Ich möchte die Ferkel in 70 Lebenstagen mit 26–28 kg vermarktungsfähig haben und die Verlustrate bei derzeit 1,5 % halten.“

Umstellung auf Mehlfutter

Um die Ferkel auf die Mast vorzubereiten, erhalten sie ab ca. 20 kg das Vormastfutter RWZ-UniStart HE bis zum Verkauf. Dieses Futter ist so aufgebaut, dass es für eine hohe Futteraufnahme auch bei kleineren Ferkeln sorgt und so größtmögliche Homogenität erzielt wird. Im Betrieb Hübecker bekommen die Ferkel ebenfalls RWZUniStart HE, sodass die Tiere nicht auch noch eine Futterumstellung verarbeiten müssen. Die Hübeckers setzen zudem seit einem Jahr Säure ein, um Schadkeime zu reduzieren. Seitdem treten Durchfälle oder Streptokokken nur noch sehr selten auf. Ab rund 60 kg bis Mastende bekommen die Mastschweine das Mehlfutter RWZ-Uni 132 MF mit Vitaminisierung und Ameisensäure als Vorbeugung gegen Schadkeime. „Früher haben wir eine Eigenmischung eingesetzt“, so Sebastian Hübecker. „Aber die Futterqualität war nicht mehr so gut und wir hatten Probleme mit Entmischungen. Und arbeitsmäßig hat es einfach nicht mehr reingepasst. Mit dem Mehlfutter sind wir sehr zufrieden. Die Tiere sind in sich ruhiger und haben eine bessere Sättigung, weil das Mehl strukturierter ist. Das hat man auf jeden Fall gemerkt. Bei fleischbetonten Schweinen ist nichts wichtiger, als das sie nach der Futteraufnahme ein Sättigungsgefühl bekommen. Als Indikator nehmen wir die Seitenlage während der Ruhephase, die ist bei uns top, bei fast 100 %. Und das Stallklima ist super. Durch das Mehlfutter hat sich die Leistung im Betrieb stabilisiert, die Gleichmäßigkeit der Schweine verbessert und die Einstallprophylaxe ist überflüssig geworden. Drei Mastdurchgänge pro Jahr, eine Futterverwertung von 1:2,72 und Verluste von 1,16 % sprechen für sich. Noch wichtiger für uns sind aber die hohen Fleischanteile. Für die hohen Fleischanteile brauchen wir wegen der hohen Futterverwertung relativ wenig Futter. Die hohen Schinkengewichte und guten Bauchfleischanteile sorgen dafür, dass bei uns die Indexpunkte je kg Schlachtgewicht bei durchschnittlich 1,00 liegen und wir 2–3 Cent über dem Basispreis liegen.“

Hygienemanagement

Neben der Fütterung spielt bei beiden Betrieben die Hygiene eine wichtige Rolle. „Der Kollege Hübecker war früher selber Ferkelerzeuger und arbeitet heute noch genauso sauber wie früher“, so Stefan Janßen. „Das kommt ihm jetzt zugute.“ Beide Betriebe haben mit Michel Int- Veen von der RWZ denselben Hygieneberater. Janßen und Hübecker arbeiten stallweise nach dem Rein-Raus-Prinzip. Die Gülle wird jeweils komplett abgelassen und der ganze Stall mit dem Schaumreiniger Desintec StallClean Profi eingeweicht, gereinigt und mit dem prämierten Zweikomponentenpräparat Desintec Fl-des Allround desinfiziert. Fabian Hübecker erklärt: „Zwei Tage vor dem Einstallen stellen wir die Heizung an, damit der Stall trocken ist und die Spalten 22 °C Spaltenbodentemperatur haben. Die Basis für vitale Tiere sind trockene Ställe. Die Wasserleitungen spülen wir rund 10 Minuten lang, bis kaltes Wasser kommt. Die Tröge waschen wir noch mal aus, damit kein Desinfektionsmittel im Trog bleibt, was die Darmflora der Tiere töten könnte.“ Stefan Janßen setzt im Tränkewasser noch zusätzlich Chlordioxid ein und hat damit gute Erfahrung gemacht.

Erfolgsgeheimnis

„Es ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Bausteinen. Die kurzen Wege und der damit verbundene geringe Transportstress sind wichtig. Entscheidend sind aber unsere Offenheit und der kurze Draht zwischen den Betrieben und unseren Beratern sowie unserem Tierarzt. Man sucht den Fehler nicht woanders, man sucht an den richtigen Stellen und es gibt keine Ausreden“, fasst Stefan Janßen das Erfolgsgeheimnis der beiden Betriebe zusammen. „Wir sind mit unserem Beraterteam sehr zufrieden.“

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