Gemeinsame Veranstaltung von RWZ und DLR
Neuigkeiten und Trends für ökologisch wirtschaftende Weingüter standen im Mittelpunkt der Fachveranstaltung Ökoweinbau, die die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG gemeinsam mit dem DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück veranstaltet hat. Rund 250 interessierte Zuhörer waren am 13. März 2012 nach Bockenheim an der Weinstraße gekommen. Dr. Griese vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten begrüßte die Teilnehmer und hob die große Bedeutung des ökologischen Weinbaus hervor.
Herausforderungen durch rechtliche Neuerungen
Die Rechtlichen Grundlagen des ökologischen Weinbaus und die rechtlichen Neuerungen im ökologischen Anbau stellte Prof. Dr. Kauer von der Fachhochschule Wiesbaden vor. Die im Februar 2012 erlassene EG-Gesetzgebung zur Herstellung von Öko-Wein spielt dabei eine wichtige Rolle. „Die Reduzierung der Schwefelhöchstgrenzen in ökologisch erzeugten Weinen könnte besonders problematisch werden“, so Kauer. Ebenfalls wird der drohende Verlust von phosphonathaltigen Pflanzenstärkungsmitteln im Zuge des neuen nationalen Pflanzenschutzrechts den Ökoweinbau vor große Herausforderungen stellen.
Tipps für die Rebschutzsaison
Um Tipps für die kommende Rebschutzsaison ging es beim Vortrag von Beate Fader, Ökoweinbauberaterin des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, hier insbesondere um die Auswirkungen der neuen Kupferformulierungen. Trotz reduzierter Reinkupfermengen/ha soll eine sichere Peronospora-Bekämpfung möglich sein. „ Die neuen Formulierungen bedeuten eine Verbesserung der Wirkungssicherheit. Allerdings könnten je nach Befallsdruck die von der Industrie propagierten Kupfereinsparungen nicht erreicht werden. Denn eine Mindestmenge an Reinkupfer/ha müsste ausgebracht werden, um eine sichere Behandlung zu gewährleisten“, so das Fazit von Beate Fader.
Prognosemodell zur Bekämpfung von Mehltau
„Welchen Beitrag kann das Prognosemodell bei der Bekämpfung von Echtem und Falschen Mehltau leisten?“ auf diese Frage gaben Josef Augustin von der RWZ Rhein-Main eG und Dr. Georg Hill vom DLR Antwort. Zunächst stellen sie die Funktionsweise des Systems vor und gaben nützliche Hinweise für die praktische Anwendung. Herzstück dieses Systems sind Wetterstationen, die an ein Netzwerk gekoppelt sind. Die Stationen liefern kontinuierlich Witterungsdaten, anhand derer ein Simulationsmodell sowohl das Rebwachstum bestimmt als auch den Befallsdruck darstellt.
Applikationstechnik im Ökoweinbau
Alexander Wallhäuser, Weinbau-Spezialberater bei der RWZ, erläuterte den Zusammenhand applikationstechnischer Kenngrößen und ihren Einfluss auf den späteren Behandlungserfolg. Zudem stellte er die verschiedenen Gebläsetypen vor und gab eine Bewertung hinsichtlich der Applikationstechnik.
Praktische Tipps für die optimale Geräteeinstellung rundeten den Vortrag ab.
Artenreiche Begrünung hat positive Auswirkung auf die Bodenfruchtbarkeit
Durch die veränderten Umweltbedingungen lässt sich die Bodenpflege im Weinbau immer schwieriger planen. Dennoch muss die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleiben. „Eine artenreiche Begrünung wirkt sich positiv auf den Humusgehalt der Weinbergsböden aus und ist ein wirkungsvoller Beitrag zum Erosionsschutz“, lautet die Empfehlung von Peter Gänz vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.
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