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Internationales Jahr der Genossenschaften

Die UNO hat das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt, um die weltweite Bedeutung der Genossenschaften für Wirtschaft und Gesellschaft zu betonen. Weltweit gibt es 800 Millionen Menschen, die Mitglied einer Genossenschaft sind. Mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze werden von Genossenschaften bereitgestellt. Genossenschaften fördern in über 100 Ländern der Welt die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder und leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Regionen. Sie unterstützen die Wirtschaftskreisläufe vor Ort und sorgen für lokale Beschäftigung.

Woher kommt die genossenschaftliche Idee?

Die Erfolgsgeschichte der deutschen Genossenschaften beginnt bereits vor über 150 Jahren. Sie ist untrennbar mit zwei Personen verbunden: Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) und Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883). Ihre Genossenschaftsidee ist buchstäblich aus der Not heraus geboren. Viele Bauern und kleine Handwerksbetriebe hatten mit den negativen Auswirkungen der Industriellen Revolution zu kämpfen. Sie gründeten durch gemeinschaftliche Selbsthilfe in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die ersten Einkaufsvereinigungen und Darlehenskassen. Heute gibt es Genossenschaften in fast allen Wirtschaftsbereichen.

Wer gehört in Deutschland alles dazu?

In Deutschland sind die 7.500 Genossenschaften mit ihren 20 Millionen Mitgliedern und mehr als 800.000 Mitarbeitern ein wichtiger Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft Volksbanken und Raiffeisenbanken, ländliche Raiffeisen-Genossenschaften, Wohnungsgenossenschaften, gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften sowie Konsumgenossenschaften prägen viele Branchen. Mittelständische Unternehmen wie Z.B. Handwerksbetriebe und Einzelhandelskaufleute, aber auch Freiberufler, Landwirte, Bürger oder Kommunen profitieren von den Leistungen ihrer Genossenschaft.

Was bedeutet Genossenschaft konkret?

Die genossenschaftliche Devise lautet: Gemeinsam Handeln mehr erreichen! Dabei sind die Mitglieder einer Genossenschaft zugleich Eigentümer und Kunden ihres Unternehmens. Im Vordergrund steht somit nicht die Zahlung einer Dividende, sondern die Förderung ihrer Interessen. Bei Abstimmungen hat jedes Genossenschaftsmitglied unabhängig von der Kapitalbeteiligung nur eine Stimme. Außerdem wird die Genossenschaft von Personen geführt, die selbst auch Mitglied sind. Jede Genossenschaft ist zudem Teil einer großen Gemeinschaft genossenschaftlicher Unternehmen und Verbände.

Kurzum: Mitgliederförderung, demokratische Unternehmensstruktur, Selbsthilfe und Selbstverwaltung sowie die Unterstützung durch die genossenschaftliche Gruppe machen die Genossenschaft zur sichersten Rechtsform in Deutschland. Genossenschaften sind kaum von Insolvenzen betroffen.

Welche Bedeutung haben Genossenschaften für die Zukunft?

In der Genossenschaft können Bürger, Kommunen oder Unternehmen zusammen kommen, um gemeinsam zur Lösung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen der heutigen Zeit beizutragen. Aufgaben wie die dezentrale Verbreitung erneuerbarer Energien, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung, die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Selbständigen oder Freiberuflern oder auch Themen wie ein selbst bestimmtes Wohnen im Alter, die Übernahme kommunaler Aufgaben oder die Sicherung der ländlichen Nahversorgung können in Genossenschaften gemeinsam angegangen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.genossenschaften.de