Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung

veröffentlicht am 08. Juni 2016

Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung
Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung
Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung
Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung
Eröffnung Saatgutanlage und Fachtagung

Großveranstaltung für Kunden bei der RWZ in Worms

Um als starker und leistungsfähiger Handelspartner ihre Kunden optimal zu unterstützen, tätigt die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) erhebliche Investitionen, bietet ihren Kunden aber auch Wissen an. Am 7. Juni 2016, dem Tag der RWZ-Generalversammlung, hatte die RWZ daher nicht nur für ihre Mitglieder sondern auch für ihre Kunden ein umfangreiches Programm vorbereitet, das beide Aspekte in sich vereinigte: Die Eröffnung der neu errichteten Saatgutanlage am Standort und die RWZ-Fachtagung.

Ralf Gerhard, Geschäftsführer der RWZ-Vertriebsgruppe (VTG) Rheinhessen-Pfalz, begrüßte die Gäste und stellte zunächst das RWZ-Agrarzentrum Worms vor. Als zentraler Standort der VTG Rheinhessen-Pfalz nimmt der Standort Worms innerhalb der RWZ eine entscheidende Position ein. Als wichtiges Glied in der Wasserstandort-Kette Neuss-Andernach-Wiesbaden-Hanau-Worms ist Worms das große Drehkreuz für das Getreide-, Ölsaaten- und Düngerhandelsgeschäft im südlichen Rheinland-Pfalz. Um auch in Zukunft ein leistungsfähiger Partner für die hiesige Landwirtschaft zu bleiben, wurde eine Neustrukturierung auf Basis eines Standortkonzeptes notwendig. Die Investitionen der vergangenen Jahre umfassen u.a. den Bau neuer Bürogebäude, das Pflanzenschutzzentrallager, das Gartenbau-Zentrallager, die Errichtung einer BigBag-Anlage und das neue Getreideterminal. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren rund 10 Mio. Euro in Worms investiert. Den bisherigen Abschluss bildet die neue Saatgutanlage, die anschließend von Dr. Nicolai von Roenne, Vorstandsmitglied der RWZ, eröffnet wurde.

„Angesichts der fortschreitenden Einschränkungen in der Düngung durch die neue Düngeverordnung und zunehmende Restriktionen im Pflanzenschutz und fehlende neue Wirkstoffe gewinnt qualitativ hochwertiges Saatgut enorm an Bedeutung“, betonte von Roenne, Vorstandsmitglied der RWZ, zur Eröffnung der Anlage. „Saatgut wird somit zum Schlüsselbetriebsmittel.“
Aus diesem Grund baut die RWZ das Saatgutgeschäft aus: So wurden in den vergangenen Jahren über 12 Mio. Euro in den Neu- und Ausbau des RWZ-Saatgutzentrums Meckenheim, der OTS Gera in Zusammenarbeit mit der BSL Kiel und in das RWZ-Saatgutzentrum in Worms investiert.

„Das Saatgutzentrum Worms ist ein entscheidendes Kernstück in der RWZ-Saatgutstrategie und als solches hervorragend für die Zukunft gerüstet“, bestätigte Josef Planken, Leiter des Geschäftsbereichs Saatgut.
Die neue Saatgutaufbereitungsanlage hat eine Verarbeitungskapazität von 25 bis 30 t/Stunde und eine Lagerkapazität von über 3.000 t. Die alte Siloanlage mit 1.200 t Kapazität in kleinen Silos wird weiterhin genutzt. Die bisherige Jahresproduktion von 4.000 t soll in den nächsten Jahren bis auf die doppelte Menge erhöht werden. Der Neubau umfasst eine Annahmegosse mit einer Leistung von 80 t/Stunde, eine Siloanlage mit ca. 1.800 t Lagerkapazität und eine Lagerhalle, in der die Sackverpackungs- und Palettiermaschine sowie die BigBag-Absackung für wasserfeste One-Loop-BigBags aufgestellt werden.
„Das Saatgutzentrum Worms bietet hervorragendes Saatgut-Know-How bei Vermehrern und Personal und gewährleistet, dass die zukünftig steigenden Anforderungen an modernes Getreidesaatgut hin-sichtlich Qualität, Umwelt- und Anwenderschutz erfüllt werden. Durch die deutlich höhere Schlagkraft in der Produktion, verbunden mit der leistungsstarken RWZ-Logistik, wird auch in Zukunft sichergestellt, dass den Landwirten pünktlich zur Aussaat das gewünschte Saatgut in bester Qualität zur Verfügung steht“, schloss Planken.

Werner Wald, Kreislandwirt und Saatgutvermehrer aus Riedstadt-Leeheim, konnte aus persönlicher Erfahrung die Vorteile bestätigen, die die neue Anlage in Worms sowohl Landwirten als auch Saatgutvermehrern bietet.

Am Nachmittag fand die RWZ-Fachtagung „Heute – Morgen – Übermorgen“ als zweiter Teil der Großveranstaltung statt. Die RWZ konnte drei herausragende Referenten für Vorträge aus ihrem jeweiligen Fachgebiet gewinnen.

Dr. Franz Fischler, der als EU-Agrarkommissar von 1995 bis 2004 die Geschicke der europäischen Landwirtschaft lenkte, stellte in seinem Vortrag "Nachhaltig erfolgreich Landwirt sein" drei große Herausforderungen in den Mittelpunkt seiner Überlegungen: einen besseren Umgang mit den wachsenden Preisvolatilitäten, erfolgsversprechende Maßnahmen gegen den Klimawandel und einen neuen Umgang mit den gesellschaftlichen Vorstellungen von Landwirtschaft. Angesichts dieser Rahmenbedingungen sah Fischler zwei Erfolgsfaktoren, die es Landwirten und der Landwirtschaft erlauben, nachhaltig bestehen zu können: Zum einen müsse die Landwirtschaft innovativer werden, u.a. durch den Ausbau von Forschung und Entwicklung sowie die Förderung von Pionierleistungen. Zum anderen liege die Zukunft der Landwirtschaft beim Landwirt selbst: Der Landwirt der Zukunft sei ein hochqualifizierter Unternehmer, der sich seine optimale Marktnische suche und durch Wissen punkte. Um seine Chancen wahrnehmen zu können, brauche er jedoch verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, weil er ohne diese nicht vernünftig planen kann.

Dr. Johannes Simons vom Institut für Marktlehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Bonn referierte in seinem Vortrag „Landwirtschaft und Gesellschaft – Ein Kommunikationsdilemma?“ über das Spannungsfeld zwischen den Ansprüchen der Verbraucher sowie der Produktions- und Handelsrealität, in dem sich der Landwirt zunehmen aufgerieben sieht. Simons untersuchte dabei, welche unterschiedlichen Bilder von der Landwirtschaft bestehen, wie die Ansprüche der Gesellschaft an die Landwirtschaft zu interpretieren sind und was das für die Kommunikation bedeutet. Dabei geht es vor allem darum, das Verhalten der Verbraucher und deren Ansprüche zu verstehen: „Die Umfrageergebnisse sind mit Vorsicht zu interpretieren. Sie sind eher wie ein Wunschzettel und wünschen kostet ja nichts.“ Die Umfrageergebnisse müssten aber vor dem Hintergrund fehlender Kenntnisse über den Agrarsektor und fehlender Abwägung der tatsächlichen Folgen mit großer Vorsicht interpretiert werden. Simons abschließende Empfehlung an die Landwirte: Kommunikation mit geeigneten Bildern und ein gutes, respektvolles Zusammenspiel mit Verbrauchern und Nichtregierungsorganisationen, da diese einen großen Einfluss auf das Bild der Landwirtschaft und auf die vom Handel und der Politik festgelegten Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft haben.

Tim Cole, Publizist für Internet, Technologie und Wirtschaft beschrieb in seinem Vortrag „Die Welt mit anderen Augen sehen“, wie Digitalisierung und Vernetzung die Welt, wie wir sie kennen, verändern. Reale und digitale Welt durchdrängen einander und läuteten einen grundlegenden Wandel in Technologie und Gesellschaft ein, der ein radikales Umdenken von uns erfordere. „Digitalisierung und Vernetzung sind kein Schnupfen – sie gehen nicht wieder weg“, so Cole. Entscheidend sei, die Entwicklungen als Chance zu sehen, sie zu nutzen und Wege zu finden, die klassische Produktion zu digitalisieren sowie neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Davon hinge die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa entscheidend ab. Wer sich nicht mit dem Thema auseinandersetze, könnte den Anschluss verpassen.

Ihre Ansprechpartnerin

Silke Gaertzen

Silke Gaertzen

Presse

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