Gesunde Klauen zahlen sich aus – RWZ-Workshopreihe zu Mortellaro

veröffentlicht am 04. März 2016

Mortellaro-Workshop

Das beste Futter nützt nichts, wenn die Kühe nicht aufstehen, um es zu fressen, weil sie an schmerzhaften Mortellaro-Läsionen leiden – Leistung und Fruchtbarkeit sinken erheblich. Um Mortellaro (Dermatitis digitalis) ging es deshalb in der Workshopreihe „Gesundes Milchvieh beginnt mit gesunden Färsen“, zu der die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) in Kooperation mit der Firma Zinpro eingeladen hat.

In Vorträgen stellten Dr. med. vet. Arturo Gomez und Jan van der Meer von Zinpro Animal Nutrition u.a. Kontrollmaßnahmen zur Eindämmung von Mortellaro vor. Die Krankheit kann nur in Kombination mehrerer Maßnahmen erfolgreich eingedämmt werden. Fokus hierbei muss auf den besonders gefährdeten Färsen liegen - was in der Praxis oft nicht gemacht wird. Dabei bestehen gerade bei jungen Tieren gute Chancen, die Erstansteckung zu verhindern. Die beste „Bekämpfung“ von Mortellaro ist, ein Auftreten von vornherein zu verhindern. Die Krankheit tritt auf, wenn drei Voraussetzungen gegeben sind: Feuchtigkeit, Treponema-Bakterien und eine Verletzung der Haut als Eintrittspforte für die Bakterien. Ist die Immunabwehr auch noch geschwächt, ist Mortellaro vorprogrammiert.

Klauenbäder dienen der Vorbeugung und sollten von den Tieren mit möglichst vielen Schritten durch-laufen werden. Zur weiteren Vorbeugung und Stärkung des Immunsystems ist zudem eine ausreichende und ausgewogene Mineralstoffversorgung essenziell. So hat die RWZ das Mineralfutter RWZ-Profimineral Färsen Vital ausschließlich für nicht melkende Färsen entwickelt. Die darin enthaltenen speziellen Spurenelement-Verbindungen verbessern und erhalten die Haut- und Klauengesundheit und stärken das Immunsystem.

Erkrankt ein Tier trotz aller präventiven Maßnahmen an Mortellaro, muss es behandelt werden. Für diesen praktischen Teil der Workshops erklärte der Tierarzt und Mortellaro-Experte Gomez Rivas den Teilnehmern im Stall, wie man die verschiedenen Erkrankungsstadien von M0 (gesunde Klaue) bis M4.1 (chronische Wiederkehr) erkennt und behandelt. Entgegen der in der Vergangenheit üblichen Lehrmeinung sollte hinten nur die Außenklaue mit einer Kehlung versehen werden, die Innenklaue benötigt meist keine Korrektur. Der Zwischenklauenspalt muss bei einer Behandlung mit Blauspray aufgespreizt werden, damit das Antibiotikum auch überall wirken kann. Verbände sind nicht immer notwendig und wenn, dann nur, um eine Einwirkzeit von einer halben Stunde zu gewährleisten. Danach können und sollten sie entfernt werden, spätestens aber am folgenden Tag. Je nach Erkrankungsstadium reicht eine einmalige Behandlung, ansonsten wird das Tier erneut behandelt.

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von dem Workshop. „Es war super informativ“, sagte eine Teilnehmerin enthusiastisch. „Die Vorträge waren fachlich sehr fundiert, die Sprecher sehr kompetent und der Praxisteil hochspannend! Man hat richtig gemerkt, dass alle Teilnehmer Dr. Gomez Rivas an den Lippen hingen – obwohl er seinen Vortrag und den Praxisteil auf Englisch gehalten hat!“

Weitere Veranstaltungen sind in Planung. Mehr Informationen sowie Bilder des Workshops finden Sie unter www.rwz.de/mortellaro.

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