RWZ-Versuchswesen bildet Beratungsgrundlage

veröffentlicht am 03. Mai 2017

Feldführungen in Morenhoven

Die RWZ führt an acht Ackerbauversuchsstandorten auf rund 10.000 Versuchsparzellen jährlich Feldversuche durch und prüft Sorten, Pflanzenschutzmittel und Düngestrategien auf Herz und Nieren. Am 02.05.2017 fand der Rapsfeldtag am RWZ-Versuchsstandort Morenhoven bei Bonn statt und war trotz nasskalter Witterung mit rund 100 Fachbesuchern sehr gut besucht – ein Zeichen für den hohen Stellenwert dieses Termins bei den Beratern, Züchterhäusern, der Industrie und dem amtlichen Dienst.

„Wir wollen uns unsere eigene Meinung bilden – unabhängig von Züchter- und Herstellerangaben“, erklärt Dr. Christoph Leufen, RWZ-Bereichsleiter Pflanzliche Produktion, warum die RWZ so großen Wert auf ihr Versuchswesen legt. „Und wir wollen ganz früh dabei sein, wenn es um die Einschätzung neuer Sorten sowie Neuerungen im Pflanzenschutz- und Düngemittelbereich geht und uns ein eigenes Bild machen. Dieses Wissen ist unabdingbar für unsere ganzheitlichen Betriebslösungskonzepte und aktuellen Ackerbauempfehlungen. Aber auch vor dem Hintergrund der Resistenzbildung ist unser Versuchswesen wichtig. Wirkungsverluste können wir so schnell feststellen und die regionalen Empfehlungen direkt anpassen.“

Der Rapsversuch ist gut durch den Winter gekommen und die Sortendifferenzierungen waren an diesem relativ frühen Besichtigungstermin deutlich erkennbar. Besonders gut konnten die Fachbesucher sehen, wie die verschiedenen Sorten den Trockenstress der vergangenen Wochen kompensieren konnten. „Etablierte Sorten und neues Sortenmaterial stellen wir in den direkten Vergleich. So können wir genau sagen, wie die einzelnen Sorten performen. Der Versuch ist richtungsweisend für unsere Vertriebsstrategie“, so Hermann-Josef Hardering, RWZ-Vertriebsleiter Öl-/Feldsaaten, der die Besucher durch den Versuch führte. Ziel des RWZ-Versuchswesens ist die Optimierung der Produktionsfaktoren Saatgut, Pflanzenschutz und Dünger zur Verbesserung bzw. Absicherung des landwirtschaftlichen Einkommens.

Der Versuch mit mehr als 50 verschiedenen Rapssorten genügt allen wissenschaftlichen Ansprüchen: vierfache Wiederholung aller Sorten, vollständig randomisiert, regelmäßige Bonitierung während der Vegetationszeit und Kerndrusch der Parzellen zur Dokumentation der Ertragsleistung. Bei den Ernteproben wird der Korn- und Ölertrag bestimmt und daraus dann der Ölgehalt der Sorten ermittelt. Die Bestandesführung ist praxisbezogen und den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Diesen Rapsversuch gibt es übrigens zweimal: Am RWZ-Versuchsstandort Gera sind die Parzellen in exakt gleicher Anordnung noch einmal angelegt worden, allerdings mit ortsüblicher Bestandesführung u.a. an die um rund 2° C niedrigere Jahresdurchschnittstemperatur angepasst.

Abgerundet wurde der Feldtag durch einen hochinteressanten Vortrag von Rapsexperte Ludger Alpmann, DSV/Rapool, zum Thema „Rapsanbau – Quo vadis? Anbauperspektiven 2025“, in dem Alpmann unter anderem die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf den Anbau von Raps erläuterte. Ganz aktuell steht hier die neue Düngemittelverordnung in der Diskussion. Alpmann stellte die klassischen Anbaustrategien bei Körnerraps in Frage und regte ein Umdenken in Bezug auf Bodenbearbeitung und Fruchtfolgegestaltung an. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen drehte sich um die Fragestellung der zunehmenden Wirkstoffverarmung und Resistenzbildung. Hier können intelligente Anbausysteme, die – weit mehr als heute üblich – natürliche Abläufe und Wechselwirkungen einbeziehen, Lösungsansätze bieten. Die zunehmende Wertigkeit von Rapsöl für den Lebensmittelbereich und positive Aussichten für die Beimischung von Rapsöl zu Biokraftstoffen auch über das Jahr 2020 hinaus wertet Alpmann als gute Voraussetzungen für die Entwicklung des Rapsanbaus in Deutschland und Europa. Mit einem kurzen Blick auf die Ölsaatenmärkte der Welt endete sein Vortrag – auch hier behauptet sich das Rapsöl neben Palm- und Sojaöl mit weiter zunehmenden Anteilen in der Produktion.

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Silke Gaertzen

Silke Gaertzen

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