Zwischen Grün, Rot und Weiß auf dem Betrieb Ritter

veröffentlicht am 28. August 2017

- Text-Auszug aus der Ausgabe Fendt Focus Juli 2017 -

v.l.n.r. Bernhard Brischwein, Claus Ritter, Tobias Linnemanns-Töns, Paul Lantzerath, Kassim Bougherf vor dem neuen Fendt 514 Vario in Nature Green

Der Erdbeer- und Spargelbetrieb Ritter liegt zwischen Köln und Bonn und schon bei der Anfahrt leuchten die weißen Tunnel in der Sonne. Sonderkulturen sind das Fachgebiet von Claus Ritter. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf Erdbeeren und Spargel, sondern baut auch verschiedene Beerensorten, Feldsalat, Päonien und sogar Weihnachtsbäume an. In seinem Betrieb sind gleich 19 Fendt Traktoren im Einsatz, unter anderem ein Fendt 313 Vario.


Vom Tunnel auf den Teller

Unter den weißen Tunneln leuchten die roten Erdbeeren förmlich um die Wette. Die ersten Himbeeren sind schon im Verkauf und die Brombeeren und Kirschen sind auch bald erntereif.
„Im geschützten Anbau liegt die Zukunft des Beerenbauers“, so Ritter. „Wir können schon früher ernten und sind nicht so sehr vom Wetter abhängig, wie das im Freiland der Fall ist.“ Einige der Tunnel werden von einer Biogasanlage beheizt, die ein benachbarter Landwirt und Freund betreibt. Die Heizschläuche werden unterhalb der Dämme verlegt und durch Wärme reifen die Erdbeeren noch früher heran. In Kombination mit der guten Lage seines Anbaugebietes kommt ihm das in der Vermarktung zu Gute. „Wir können früh in die Saison starten, weil wir durch die Kessellage ein warmes Klima haben“, so der heimatverbundene Bonner.
An seinen Direktvermarktungsständen bietet Ritter neben frischen Erdbeeren, Himbeeren und Spargel auch frischen Erdbeerkuchen an. Hier kommen die Erdbeeren vom Tunnel direkt auf den Teller und den Kuchen kann man nur empfehlen.
In den Erdbeertunneln werden auch die zehn 200er-Schmalspurtraktoren eingesetzt, da nur diese gut durch die Eingänge passen. „Die 200er ohne Kabine entsprechen genau unseren Anforderungen“, so Willi Koch, Traktorfahrer bei Ritter. Koch fuhr schon als kleiner Junge gerne Trecker auf dem Hof seiner Eltern, nun fährt er fleißig im Betrieb Ritter mit Fendt über die Felder. „Kein Tag ist wie der andere und auf dem Traktor kann ich einfach den ganzen Tag sitzen und die Arbeit macht Spaß. Das ist für mich Fendt-Qualität“, erläutert der gelernte Landwirt. „Am liebsten sitzt Willi übrigens auf unserem 828er“, verrät Ritter lachend. Der Fendt 828 Vario und der 724 Vario werden im Transport, beim Grubbern oder zum Fräsen von Erdbeer- und Spargeldämmen eingesetzt. Einen großen Nutzen des Spurführungssystems VarioGuide sieht Ritter vor allem beim Fräsen. „Gerade an langen Arbeitstagen ist das eine große Arbeitserleichterung und wir arbeiten wirtschaftlicher“, stellt er die Vorteile heraus.

Wendigkeit und Stärke

Bei über 200 ha Anbaufläche spielt auch der Transport eine zentrale Rolle. Dafür hat Ritter 2016 in einen neuen Fendt 313 Vario Profi mit dem Frontkraftheber Fendt Cargo investiert. „Der 313er bietet uns einfach die perfekte Kombination aus Wendigkeit und Kraft, die wir vor allem im Transport und bei Ladearbeiten benötigen. Dort zeigt der Traktor seine Stärke und arbeitet ökonomisch mit der Transportgeschwindigkeit von 40km/h und einem kleinen Wendekreis“, erläutert Ritter seine Entscheidung.
Damit er genau auf die Bedürfnisse des Erdbeer- und Spargelbetriebs passt, hat er zusätzliche Gewichte in den Hinterreifen. „Er hat sich auch sehr gut bewährt. Seitdem wir ihn gekauft haben ist er schon über 1.500 Stunden gelaufen ohne ein Problem.“ Wenn der Fendt 313 Vario gerade nicht im Transport läuft, wird er auch zum Stroh laden oder im Auf- und Abbau der Tunnel gemeinsam mit den sechs Fendt 500 Varios eingesetzt. „Der 313er ist noch wendiger als die 500er, deshalb haben wir uns für ihn entschieden und ich bin absolut zufrieden mit meinem Kauf“ verdeutlicht Ritter. „Die Geräte müssen immer einsatzbereit sein und nicht reparaturanfällig. Fendt erfüllt beides und deshalb bleibe ich auch dabei“, erläutert der Unternehmer seine Ansprüche.

 „Wir helfen uns gegenseitig“

„So 25 bis 30 Jahre“, antwortet Ritter auf die Frage, wie lange er schon Kunde bei der RWZ Roisdorf ist. Die Anzahl der Jahre ist ihm auch nicht so wichtig, aber die gute Zusammenarbeit, die schätzt er sehr. Nicht nur der Umgang ist freundschaftlich, sondern man hilft sich gegenseitig.
„Einmal hatten wir nur drei Schmalspuren-Schlepper auf dem Hof stehen und sollten einen großen Grubber abladen. Da haben wir auf dem Betrieb Ritter angerufen und er hat nicht nur einen Schlepper zum Abladen bereitgestellt, sondern noch einen Fahrer dazu. Das ist einfach tolle Nachbarschaftshilfe“, erzählte Paul Lantzerath, Geschäftsführer der RWZ Roisdorf. Nur zwei Kilometer trennen den Betrieb Ritter und die RWZ Roisdorf und die kurze Entfernung ist für beide Seiten ein großer Vorteil. „Wir brauchten im Feldeinsatz einmal dringend Leihtrecker, der stand sofort für uns bereit. Diese unkomplizierte und verlässliche Zusammenarbeit ist wirklich toll“, so Ritter.
Dass auch Bernhard Brischwein, Fendt-Werksbaubeauftragter, den Betrieb gut kennt, zeigt sich an einem besonderen Hoftraktor. Der Fendt 200er, auf dem schon AGCO-Konzernchef Martin Richenhagen saß befindet sich jetzt auf dem Betrieb Ritter. Seit 2005 kennt Bernhard Brischwein Claus Ritter und schätzt seine Expertise. „Dieser Betrieb ist sehr interessant, weil er immer wieder nach neuen Ideen sucht und hohe Ansprüche an die Qualität stellt. Das gilt für seine Produkte und die Technik gleichermaßen“, so Brischwein. Ein Besuch in Marktoberdorf ist bereits geplant, damit sich der Unternehmer die Produktion dort einmal genau anschauen kann.

 „Langweilig wird es nie!“

Tobias Linnemanns-Töns soll den Betrieb von Claus Ritter und seiner Frau Sabine einmal übernehmen und arbeitet nun als seine rechte Hand im Betrieb. Als ausgebildeter Zierpflanzengärtner mit einem Bachelor in Gartenbau und drei Jahren Erfahrung bei Kräge Erdbeerpflanzen hat er genau die richtige Ausbildung für den Betrieb. „Ins Rheinland wollte ich sowieso gerne wieder und die Perspektive ist wirklich toll. Ich bin überzeugt vom geschützten Anbau und dieser Betrieb ist einer der größten Tunnelbetriebe. Die Arbeit ist nie langweilig, weil der Betrieb so vielfältig aufgestellt ist und die Qualität steht hier bei allen Entscheidungen im Zentrum“, erzählt Linnemanns-Töns begeistert.
Die hohen Standards erreicht der Betrieb vor allem, weil nicht nur die Innovationen der Technik im Vordergrund stehen, sondern auch die Mitarbeiter und ihre Bedürfnisse. Claus Ritter hat 20 Fachangestellte und in der Saison bis zu 650 Erntehelfer auf dem Betrieb. Deshalb legt Linnemanns-Töns einen großen Schwerpunkt auf die Schulung der Mitarbeiter und wählt neue Technik auch nach der Anwenderfreundlichkeit aus.
Nach der Übernahme wird es für Claus Ritter auch nicht langweilig, dann kann er mehr Zeit mit seinem Enkel John verbringen, der auch schon mit Begeisterung auf den Fendt mitfährt. Noch lieber sitzt John aber selber auf dem Fahrersitz. Er besitzt nämlich seinen eigenen Fendt-Traktor samt Anhänger. „Ganz werden mich Spargel und Erdbeeren sicherlich nicht loslassen und vielleicht möchte John später auch ins Unternehmen einsteigen“, lächelt der Rheinländer. Außerdem hat er dann ein bisschen Zeit für seine andere Passion. Der Porscheliebhaber fährt regelmäßig zu Treffen in ganz Europa.

Das nächste Projekt schon in der Nase

„Wir haben klein angefangen und zu Beginn hat meine Frau die Erdbeeren selbst an der Straße verkauft. Heute fasst der Betrieb 180 ha Sonderkulturen und 25 ha Weizen. Wir haben 18 Direktvermarktungsstände und verkaufen Spargel an die Restaurants aus der Umgebung. Ohne Sabine wäre das nicht möglich gewesen“, erzählt der gelernte KFZ-Mechaniker stolz.
„Ich bin auf einem Hof ganz in der Nähe aufgewachsen und als Kind habe ich „Ein Mann will nach oben“ geschaut, das hat mich inspiriert und ich wollte erfolgreich werden. 1983 nach der Hochzeit haben wir unseren Betrieb gemeinsam gegründet“, so Ritter. Was zunächst klein anfing wurde immer größer und Claus Ritter hat immer wieder neue Ideen.
„Das nächste Projekt ist auch schon geplant. Wir werden ein Restaurant in einer ehemaligen Gärtnerei eröffnen. Die Idee hatte meine Frau schon vor zehn Jahren und nun setzten wir sie endlich in die Tat um. Es soll 500 Sitzplätze und 120 Plätze im Außenbereich haben und es werden dort nur Lebensmittel aus eigenen oder regionalen Anbau zubereitet. Meine Tochter ist gelernte Köchin und wird gemeinsam mit Sabine das Restaurant übernehmen. So ist die ganze Familie stark im Betrieb involviert.“ Im Restaurant wird vor allem der eigenen Spargel angeboten. Dafür baut Ritter jetzt neben weißem und grünem Spargel auch violetten Spargel an. Den Restaurant Besuch sollte man sich für die Spargelsaison 2018 schon einmal vormerken.

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