Mit Dieselfahrzeugen störungsfrei durch den Winter

Wenn es kalt wird, kann es bei Dieselfahrzeugen vorkommen, dass selbst bei Temperaturen um 0°C das Fahrzeug nicht startet oder während der Fahrt ausgeht. Und das, obwohl man an der Tankstelle doch Winterdiesel getankt hat. Wie kann so etwas passieren?

Schlechtes Startverhalten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist oft darauf zurückzuführen, dass die Batterie nicht mehr die zum Starten notwendige Leistung bringt.

Eisbildung

Wird das Fahrzeug während der Fahrt langsamer oder bleibt stehen und findet sich im Kraftstofffilter eine gelb-weißliche pastöse Ablage, ist Eisbildung die Ursache dafür.

Eis bildet sich schon bei leichten Plustemperaturen aus Wasser und Kondensatrückständen, die sich ganz normal in Kraftstoffsystemen im Laufe eines Jahres bilden. Wasser kommt im Tank, in Leitungen und im Filter vor. Hier spielt auch der Wind eine starke Rolle. Deshalb weisen viele Fahrzeughersteller auf die Notwendigkeit hin, das Kraftstoffsystem vor dem Winter überprüfen zu lassen und eventuell den Filter auszutauschen.

Auch ein Punkt, den es zu beachten gilt: Ist die gesamte Dieselmenge im Tank auch wirklich Winterdiesel? Schon geringe Mengenanteile von Sommerdiesel können das Kälteverhalten des Diesels stark einschränken.

CFPP - Cold Filter Plugging Point

In Deutschland bestimmt die gesetzlich vorgeschriebene Anforderungsnorm für Dieselkraftstoff DIN EN 590, dass Dieselkraftstoff, der zwischen dem 16. November bis Ende Februar angeboten wird, bis minus 20°C filtrierbar sein muss. Die Filtrierbarkeit, definiert über den CFPP (Cold Filter Plugging Point), wird nach einem genormten Laborverfahren bestimmt. Der CFPP berücksichtigt aber nicht witterungsbedingte Einflüsse, wie zum Beispiel Wind, Luftfeuchtigkeit und Fahrtwind. Der Grenzwert von minus 20°C wird von den Raffinerien und Tankstellen erfüllt, üblicherweise liegt der Wert sogar darunter.

Die Filtrierbarkeit hängt neben den Kälteeigenschaften des Dieselkraftstoffes auch stark von den fahrzeugseitigen Kraftstoffsystemen ab. Durch fahrzeugseitige Maßnahmen, wie z.B. Filterheizungen etc., lässt sich die Kältebetriebsbereitschaft verbessern.

Eine generelle vorsorgliche Auslieferung von Dieselkraftstoffen mit Filtrierbarkeitswerten deutlich unterhalb der Normanforderungen könnte für den gesamten Winterzeitraum zu Produktpreiserhöhungen führen, die unter Berücksichtigung eventuell kurzer, extremer Kälteperioden insgesamt nicht wirtschaftlich wären. In typischerweise dauerhaft kalten Regionen, wie z.B. Skandinavien, werden daher spezielle Arktikdiesel angeboten. Diese können aber bei höheren Temperaturen anwendungstechnische Nachteile haben.

Wenn Dieselfahrzeuge mit verstopften Kraftstofffiltern liegen bleiben, hilft nur ein Erwärmen des Kraftstoffsystems, um die ausgefallenen Paraffinkristalle wieder in Lösung zu bringen. Hierzu sollten die Fahrzeuge in wärmeren Räumlichkeiten wie Garagen oder Hallen geparkt werden. Weiterhin ist ein Wechsel des Kraftstofffilters empfehlenswert.

Die nachträgliche Zugabe von Fließverbesserern, nachdem sich die Paraffinkristalle bereits gebildet haben, ist nutzlos.

Achtung!

Auf keinen Fall darf mit Strahlern, Gasbrennern oder anderen Wärmequellen versucht werden das Kraftstoffsystem zu erwärmen, da der Kraftstoff sich dann entzünden und ein Brand entstehen kann!

Mit Dieselfahrzeugen störungsfrei durch den Winter

Fließverbesserer

Die vorbeugende Zugabe von Fließverbesserern kann die Fließfähigkeit verbessern. Dies sollte aufgrund der Komplexität allerdings mit großer Sorgfalt erfolgen: Diese Additive wirken nur in einem bestimmten Konzentrationsbereich optimal; bei starker Überdosierung kann in Einzelfällen eine Verschlechterung der Kälteeigenschaften eintreten. Fließverbesserer werden zur Erreichung des laut EN 590 für den CFPP vorgegebenen Mindestgrenzwertes von minus 20°C bereits in den Raffinerien zugegeben.

Für den Verbraucher ist es daher im Nachhinein schwierig den optimalen Konzentrationsbereich einzustellen. Hier sollten daher die Angaben und Empfehlungen der Fahrzeug- und Additivhersteller beachtet werden.

Insbesondere bei modernen Dieselmotoren, die z.B. mit Common-Rail oder Pumpe-Düse-Systemen arbeiten, darf keinesfalls Benzin zum Diesel beigemischt werden. Die hierbei stattfindende Absenkung der Viskosität kann zu schweren Schäden am Motor und Bauteilen des Kraftstoffsystems führen. Aus Sicherheitsgründen ist weiterhin zu beachten, dass bereits bei geringen Beimischungen von Benzin der Flammpunkt von Diesel signifikant abgesenkt wird. Die Herstelleranweisungen in den Betriebsanleitungen der Fahrzeuge sind immer zu beachten!

Wir beraten Sie gerne:

Unsere Mitarbeiter helfen Ihnen dabei, einen Altbestand im Lagertank mit Sommerdiesel nachzuadditivieren oder Übergangsware vor Eintritt des ersten Frostes winterfest zu machen.

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