Aktuelle Weinbauempfehlung

07-2017 | 25/26 KW

Weiterhin rasante Entwicklung! Meldungen von Oidium-Traubenbefall!

Auf vielen Standorten ist die Blüte zügig und störungsfrei verlaufen. Weiterhin ist starkes Wachstum zu beobachten und die Beerenentwicklung geht rasant voran. Dies bringt auch teilsystemische Mittel durch Verdünnung schnell an ihre Grenzen. Lediglich in frostgeschädigten Anlagen findet man noch blühende Gescheine. Mindestens bis zum Stadium Erbsengröße sind die Beeren sehr anfällig für Pilzkrankheiten. Wählen Sie weiter kurze Spritzabstände.

Oidium:

Das heiße Wetter bietet dem Pilz ideale Bedingungen. Aus der Praxis werden vermehrt Anlagen mit Befall an jungen Beerchen gemeldet. Die jungen, sich entwickelnden Beeren sind im Zeitraum nach der Blüte extrem gefährdet. Im Moment unbedingt noch bei den wirksamsten Produkten bleiben.

Bei diesen hohen Indexwerten im Oidiumfenster ist es fahrlässig Spritzabstände unnötig auszureizen. Spritzabstand von maximal 10 Tagen einhalten! Achten Sie bei der Mittelwahl unbedingt auf den Wechsel der Wirkstoffgruppen.

Peronospora:

Die Bedingungen für Peronospora waren vielerorts bis jetzt nicht gegeben. Auf unzureichend geschützten Flächen wurden jedoch vereinzelt Ölflecken gefunden. Die aktuelle Hochdruckwetterlage kann aber immer zu Hitzegewittern führen und die entspannte Peronospora- Situation schnell ändern. Bei dem momentan enormen Blattzuwachs und dem beginnenden Fruchtansatz bieten tiefenwirksame Mittel, die wenig abwaschungsgefährdet sind, und die schnelle Entwicklung länger abdecken können als Kontaktfungizide, die größte Sicherheit.

Botrytis Bekämpfung

Beim Botrytismanagement ist nicht nur die Mittelauswahl sondern vor allem der Termin entscheidend. Bei kompakten Sorten und Klonen bietet das Stadium kurz vor Traubenschluss die letzte Möglichkeit eine gute Applikation des Stielgerüstes zu erreichen und ist somit mitentscheidend für den Erfolg. Planen Sie bei der aktuellen, schnellen Entwicklung rechtzeitig eine eventuelle Behandlung ein. Gute Blütebedingungen und Teilschädigungen durch Frost verschärfen die Kompaktheit der Trauben und damit die Botrytisproblematik.

Unsere Empfehlung:
Botrytis (kurz vor Traubenschluss): Switch: 960g/ha

Produktempfehlung erste Nachblüte

Mittelberechnung

3,5 x Basisaufwand (ab BBCH-Stadium 73)

Empfohlene Wasseraufwandmenge: 400-600 l/ha


Oidium:
Talendo: 350ml/ha


Peronospora:
Enervin: 3,5 kg/ha


Ab jetzt ausnahmslos jede Gasse befahren!

(Die Produktempfehlungen der RWZ-Weinbauaufrufe berücksichtigen das Anti-Resistenzmanagement)

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