Aktuelle Weinbauempfehlung

08-2017 | 27/28 KW

Vermehrt Oidium-Traubenbefall! Weiterhin unsichere Niederschlagsverteilung!

Die Niederschläge der vergangenen Woche haben die angespannte Wasserversorgung etwas entspannt. In den kommenden Tagen soll es wieder heißer werden in Verbindung mit möglichen Hitzegewittern. Auf den meisten Standorten ist das Stadium Traubenschluss erreicht oder steht unmittelbar bevor. In ungleichmäßig entwickelten Anlagen sind die Trauben noch anfällig. Gerade empfindliche Sorten sind noch weiterhin gefährdet.

Oidium:

Die Möglichkeit von Neuinfektionen an den Beeren nimmt durch die schnelle Entwicklung ab. Das spiegelt sich auch in den Indexwerten der Gefahr für Gescheine und Trauben wieder. Bei Anlagen mit Entwicklungsrückstand und empfindlichen Sorten ist die Gefahr für die Trauben aber noch beträchtlich. Die Infektionen, die jetzt vermehrt an Trauben festgestellt werden, sind hauptsächlich während der Blüte gesetzt worden. Wo der Traubenschluss noch nicht erreicht ist sollten Oidiumfungizide mit Botrytisnebenwirkung bevorzugt werden.

Achten Sie bei der Mittelwahl unbedingt auf den Wechsel der Wirkstoffgruppen.

Peronospora:

Durch die Witterung der letzten Woche kann es in Anlagen mit Ölflecken zu Sekundärinfektionen gekommen sein. In einigen Anlagen sind bis jetzt Ölflecke an den unzureichend geschützten Stocktrieben gefunden worden. Je nach Standort kann es auch zu neuen Primärinfektionen gekommen sein. Die Beeren werden mit zunehmender Größe zwar unempfindlicher, das Stielgerüst bleibt aber bis zum Traubenschluss anfällig. Blattbefall sollte vermieden werden damit Entwicklungsunterschiede an den Trauben bestmöglich ausgeglichen werden können. Tiefenwirksame Produkte bieten gerade bei unsicherer Niederschlagsverteilung eine größere Sicherheit durch flexiblere Spritzabstände und bessere Regenfestigkeit.

Traubenwicklerbekämpfung

In einigen Gebieten wird vermehrt Flugaktivität festgestellt. Außerhalb von RAK Gebieten sollten die Fangzahlen und der Flughöhepunkt (=Eiablage) im Internet beachtet werden um eine wirksame Bekämpfung zu ermöglichen. Die Behandlung sollte ca. 7 Tage hinter dem ersten Flughöhepunkt gesetzt werden.


(Nähere Informationen in Ihrer RWZ-Geschäftsstelle.)

Produktempfehlung zweite Nachblüte

Mittelberechnung

4x Basisaufwand (4x Basisaufwand ab BBCH-Stadium 75)

Empfohlene Wasseraufwandmenge: 400-600 l/ha


Oidium:
Dynali: 800 ml/ha


Peronospora:
Sanvino: 1,5 kg/ha

oder

Kombipräparat Optiwin:
Mildicut 4 l /ha + Collis 640 ml /ha

Botrytis (kurz vor Traubenschluss):

Switch: 960 g/ha


Ab jetzt ausnahmslos jede Gasse befahren!

(Die Produktempfehlungen der RWZ-Weinbauaufrufe berücksichtigen das Anti-Resistenzmanagement)

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