Aktuelle Weinbauempfehlung

KEF 21.8.2017

Erste Eiablagen beobachtet!

In vielen Anlagen finden sich vorgeschädigte Beeren. Auch die einheimische Essigfliege ist bei beginnender Fäulnis oft zu finden. In gefährdeten Sorten und Lagen müssen die Anlagen sehr gut beobachtet werden. Ab ca. 50°Oechsle sollten hier auch die Beeren genau betrachtet werden um rechtzeitig reagieren zu können. Nur die Kombination aller Maßnahmen und die richtige Terminierung können hier zum Erfolg führen.

Maßnahmen zur Vermeidung von Befall:

Alle Maßnahmen die die Wohlfühlfaktoren der Fliege negativ beeinflussen. Dazu gehören jetzt das Kurzhalten der Begrünung und die Entblätterung.

Gerade bei Entblätterungsmaßnahmen sollte hier aber Maß und Ziel im Auge behalten werden. Zu wenige Blätter verzögern nicht nur den Befall sondern auch die Reife. Sonnenbrandgefahr beachten und Verletzungen an den Beeren vermeiden!

Direkte Bekämpfung:

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss mit dem Auftreten der ersten Befallsstellen beginnen. Dafür ist eine genaue Beobachtung und Zuordnung des Befalles zur Kirschessigfliege nötig (regelmäßige und kurzfristige Befallskontrollen!). Ist der Befall bereits zu weit fortgeschritten ist eine frühe Lese zur Schadensbegrenzung in Erwägung zu ziehen.

Für diese Indikation in diesem Jahr zugelassen:

  • SpinTor: Aufwandmenge 160 ml/ha, max. 2 Anwendungen gegen KEF im Abstand von min. 7 Tagen, WZ 14 Tage, bienengefährlich B1
  • Mospilan SG: Aufwandmenge 375 g/ha, max. 1 Anwendung, WZ 14 Tage, nicht bienengefährlich B4
  • Exirel: Aufwandmenge 900 ml/ha, max. 1 Anwendung, WZ 10 Tage, bienengefährlich B1
  • Karate Zeon: Aufwandmenge 75 ml/ha nur in die Traubenzone, max. 1 Anwendung, WZ 7 Tage, nicht bienengefährlich B4, nur in Verbindung mit geeigneter Applikationstechnik! Stark raubmilbenschädigend!

Karate Zeon darf nur einmalig in dieser Indikation eingesetzt werden. Eine Abdrift in die obere Laubwand muss unbedingt vermieden werden. Wir empfehlen nur die letzte Behandlung vor der Lese um die Wartezeit der anderen Produkte zu „überbrücken“. Wer Karate Zeon anders als genehmigt einsetzt muss aufgrund der starken Raubmilbenschädigung mit massiven Folgeproblemen rechnen.

Achten Sie auf aktuelle Informationen der amtlichen Dienste!

Köderfallen:

Die Adulten der Kirschessigfliege können mit entsprechenden Köderfallen angelockt werden. Die Fangdaten können aber lediglich ein Hinweis für das Vorhandensein der Kirschessigfliege in der unmittelbaren Umgebung sein. Der tatsächliche Befall kann nur über Kontrollen an Beeren festgestellt werden. Oftmals gehen die Tiere lieber an die Trauben als in die Falle. Köderfallen sollten mindestens wöchentlich auf Fänge des Männchens (schwarze Punkte auf der Flügelspitze) überprüft werden. Die Flüssigkeit darf nicht im Weinberg verbleiben! Als Köderflüssigkeit eignet sich eine Mischung aus:

  • 3 Teile naturtrüber Apfelessig
  • 1 Teil Rotwein
  • 1 Esslöffel Zucker pro 100ml Köder
  • 1 Spritzer neutrales Spülmittel

Als Köderbehälter eignet sich im Prinzip jedes durchsichtige, klare, verschließbare Gefäß. Das Gefäß sollte im oberen Drittel 10-15 Löcher mit einem Durchmesser von ca. 2 mm haben und zu einem Drittel mit Köderflüssigkeit befüllt sein. Die Falle wird in der Traubenzone möglichst beschattet aufgehängt. Sobald Fänge festgestellt wurden sollten die Trauben in kurzen Abständen auf Befall kontrolliert werden. Dabei vor Allem die reiferen und beschatteten Beeren beachten und einen „repräsentativen“ Durchschnitt der Anlage verwenden.

Strategievorschlag Kirschessigfliege

Empfohlene Wasseraufwandmenge: 500-600 l/ha

Beidseitige Applikation! Abstand ca. 7 Tage

Kirschessigfliege (je nach Befallsbeginn):

1. Behandlung:

SpinTor 0,16 l/ha (komplette Laubwand)

Evtl. vorletzte Behandlung:

Exirel 900 ml/ha oder Mospilan SG 375 g/ha

Letzte Behandlung 7 Tage vor der Lese:

Karate Zeon 75 ml/ha (nur Traubenzone mit angepasster Applikationstechnik)

Weitere Informationen in Ihrer RWZ-Geschäftsstelle! Beachten Sie die Anwendungshinweise der Hersteller und Auflagen bei der Anwendung!

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