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Zu Besuch beim... Biofrischkräuterbetrieb Steiger

Januar 2021

Einen 22,5-ha-Betrieb von Null aufbauen und wirtschaftlich rentabel führen – das ist der Fehmel & Steiger GbR aus Lambsheim in der Vorderpfalz gelungen, mit einer PowerPoint-Präsentation und einer guten Idee.

Nach seinem Agrarstudium und mehreren Jahren Praxiserfahrung wollte Simon Steiger selbstständig Landwirtschaft betreiben, hat sich umgehört und sich bei Familie Ritthaler vorgestellt, die keinen Nachfolger für ihren Betrieb hatte. „Mit einer PowerPoint-Präsentation auf dem Acker“, erinnert sich der Betriebsleiter, „meine Idee war, auf Bio umzustellen und die Nische ‚Frischkräuter‘ zu bedienen. So konnte ich auch die zugehörigen Hallen und Gewächshäuser nutzen.“ Das Konzept überzeugte und zusammen mit seinem Partner Jochen Fehmel gründeten Sie 2014 die Fehmel & Steiger GbR, welche seit 2018 vollständig auf Bio umgestellt ist.

Komplettes Frischräuterportfolio
Inzwischen wachsen in den Gewächshäusern, Folientunneln und im Freiland glatte und krause Petersilie, Dill, Koriander, Schnittlauch, Minze, mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Oregano, Salbei, Zitronenmelisse, und auch die spezielleren Kräuter Estragon und Sauerampfer. Damit wird das komplette Frischkräuterportfolio abgedeckt. Letztes Jahr sind auf knapp 2 ha noch Himbeeren im Folientunnel dazugekommen. „Zudem experimentieren wir mit weiteren Nischenkulturen. Im Frühjahr bauen wir noch einen Satz Blumenkohl an, weil wir in der Pfalz aufgrund der klimatischen Begünstigung zwei bis drei Wochen früher in der Vegetation sind als die anderen“, erklärt Simon Steiger, „dadurch können wir als erstes den Markt beliefern, wenn die Preise noch ganz gut sind. Was uns hier noch zugutekommt sind die Bewässerungsmöglichkeiten. An jedem Acker gibt es Hydranten. Die Himbeeren und einige Kräuter haben Tropfbewässerung. Das wird in Zukunft absolut essenziell sein, weshalb wir einen sicheren Betriebsstandort haben.“ Die Kräuter werden täglich frisch geerntet, in 30-g-Schalen abgepackt bzw. zu 40 oder 50 g ohne Verpackung gebündelt und fünf Mal pro Woche vom Biogroßhändler per LKW abgeholt.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der RWZ aus?
„Was die Technik angeht, bin ich bei der RWZ-Agrartechnik in Grünstadt. Aber auch das Portfolio an Biobetriebsmitteln ist bei der RWZ ja ziemlich groß“, antwortet Simon Steiger, „und davon nutzen wir einiges. Die Bioflächen strömen einen intensiven Duft aus und locken damit viele Insekten an, aber auch Schadinsekten. Hier müssen wir prophylaktisch arbeiten. Wenn die ersten Prognosen Alarm schlagen, setzen wir Nützlinge und biologische Pflanzenstärkungsmittel ein. In den Himbeeren haben wir mit Thripsen gerechnet, aber das war überhaupt kein Thema. Pilzkrankheiten bekommen die Kräuter auch eher nicht, die starken ätherischen Ölen wirken wie ein natürlicher Schutz. Hauptproblem ist das Unkraut. So muss das alles vor allem in der Reihe mühselig per Hand rausgezupft werden. An Nützlingen setzten wir Hummeln ein – allerdings nur halb so viele wie kalkuliert, weil wir einen extrem hohen Zuflug an bestäubenden Wildbienen haben. Zudem arbeitet der Betrieb mit zwei Arten von Raubmilben, was einwandfrei funktioniert.”

Und was steht in Zukunft an?
„Die Himbeeren“, so Steiger, „sollen weiter ausgebaut werden. Wir haben den Betrieb ja mit Nischenkulturen etabliert, weil man anders keine Chance hat mit so wenig Fläche. Und was die Nischen angeht, gibt es natürlich noch ein paar Ideen in der Pipeline. Zudem wird das Thema CO₂-Fußabdruck, immer wichtiger. Daher sollte der Betrieb energieautark werden und mit Solarzellen mehr Energie erzeugen, als verbrauchen. Dann ist es auch zum elektrifizierten Fuhrpark nicht mehr weit.”

Biohimbeeren im Folientunnel auf dem Betrieb.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Kontaktieren Sie uns!

Martina Tschörtner

Chefredakteurin RWZ-agrarReport

Telefon: 0221 / 16 38-3972
Mail: martina.tschoertner(at)rwz.de
 

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