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Bewässerung im Weinbau

Das Weingut Hoflößnitz der Stadt Radebeul in Sachsen hat bereits 1997 auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt, ist eines von aktuell nur 700 nach biologischen Richtlinien zertifizierten Weingütern (bei insgesamt 18.700) in Deutschland und seit 2020 offizieller Demobetrieb für ökologischen Landbau. Pionier ist das Weingut aber nicht nur bei der biologischen Bewirtschaftung, sondern auch mit der seit 2009 im Betrieb etablierten Tröpfchenbewässerung im Weinberg.

Ökologie beginnt mit der Rebenwahl
In dem Bioweingut setzt man auf natürlichen Pflanzenschutz, den Aufbau eines aktiven Bodenlebens, auf die Förderung von Nützlingen – und seit 10 Jahren auf sogenannte Piwis, die mittlerweile auf 50 % der Betriebsfläche angepflanzt sind. Diese besonders pilzwiderstandsfähigen Sorten heißen beispielsweise Johanniter oder Sauvignon Gris und orientieren sich geschmacklich an Riesling und Grauburgunder. Piwis sind nicht nur pilzwiderstandsfähiger, sondern auch resistenter in puncto Klimatoleranz. Sie reagieren unempfindlicher auf eine intensive Besonnung und es gibt weniger Verluste durch Sonnenbrand. Außerdem spart eine Bepflanzung mit Piwis 80-90 % Pflanzenschutzmittel ein – beste Bedingungen für ein Bioweingut.

Ist Weinbergsbewässerung noch Bio?
Ob eine künstliche Bewässerung im Weinbau mit dem ökologischen Gedanken vereinbar ist, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Daher hat sich Felix Hößelbarth, Leiter Weinbau und Kellerwirtschaft auf Hoflößnitz, die Entscheidung auch nicht leichtgemacht: „Wir sehen hier in Sachsen keine andere Möglichkeit“, so der Winzer, „da es hier schon in normalen Jahren nur eine Niederschlagsmenge von etwa 650 mm pro Jahr gibt – die absolute Untergrenze für einen wirtschaftlich gesunden Weinbau. Aber die letzten Jahre waren alles andere als normal. Zudem haben wir hier in Radebeul hauptsächlich Sandböden. Dazu kommen extreme Steillagen mit oberen Terrassen aus teils grobem Syenit, der sehr wasserdurchlässig ist. Kein Vergleich zu schweren Löß-Lehm-Böden, wie sie in anderen Weinbaugebieten weit verbreitet sind. Daher sehen wir die Bewässerung unserer Weinberge mittlerweile als ein Muss an, das für uns auch nicht im Widerspruch zu unserem Bio-Anspruch steht. Ohne Bewässerung würde nichtnur die Qualität unseres Weines massiv leiden: Die Rebe braucht ausreichend Wasser, um Aroma zu bilden. Trockenstress bedeutet zu viel Zucker, weniger Geschmacksstoffe, weniger Säure und zu viele Bitterstoffe. Vor allem könnten wir aber schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.“

Trockenheit – ein bundesweites Problem
Deutschlandweit werden rückläufige Regenmengen gemessen und der Dürremonitor sagt voraus, dass wir seit 2013 kontinuierlich auf eine Dürre zusteuern. In niederschlagsarmen Jahren wie 2018 gab es in Sachsen nur 300 mm Jahresniederschlag, die Hälfte der Mindestmenge für den Weinbau. „Wir müssen durch unsere sehr steilen Lagen viel in Handarbeit bewirtschaften und können nur wenig mit Maschineneinsatz erledigen“, erläutert Hößelbarth. „Da ist es besonders wichtig, wirtschaftlich zu bleiben. Wenn die Regenmenge so gering ist, fällt auch die Ernte dementsprechend unterdurchschnittlich aus. Das rechnet sich betriebswirtschaftlich einfach nicht. Solche Preise zahlt kein Endkunde. Deshalb bewässern wir hier in Hoflößnitz 50 % unserer Anbaufläche, insbesondere in den Sommermonaten Juni bis August. Wir starten meist mit dem 3- bis 5-Blatt-Stadium und bewässern mit rund 5 l pro Stock, bevorzugt nachts. Wir nutzen ein Tröpfchenbewässerungs-System mit PE-Flachschläuchen, bei denen die Tropfer innen liegen und die wir in einer Höhe von 50 cm über dem Boden an den Reben anbringen.“

Nachhaltiges Wassermanagement ist gefragt
Als städtisches Weingut darf Hoflößnitz Wasser direkt aus der öffentlichen Wasserversorgung entnehmen, was bislang noch keinen Zielkonflikt mit der allgemeinen Wasserversorgung verursacht hat. Falls das Wasser doch so knapp wird, dass Trinkwassermangel herrscht, steckt das Weingut als erstes zurück. Da Sachsen schon länger mit Trockenheit zu kämpfen hat, hat das Land während der vergangenen Jahre viele Talsperren und Rückhaltebecken gebaut, in denen Wasser auch über die Wintermonate gesammelt und im Sommer genutzt werden kann.

Partner: KLUG GmbH
„Die KLUG GmbH war und ist mir in all diesen praktischen Fragen rund um die Weinbergsbewässerung ein verlässlicher und kompetenter Partner“, so Felix Hößelbarth. „Bei KLUG gibt es auf dieses Thema spezialisierte Berater, mit denen ich mich fachlich austauschen kann. Wer noch keine Erfahrung mit der Weinbergsberegnung hat, bekommt hier die bestmögliche Beratung – und die ist enorm wichtig. Man kann viel falsch machen und dann wird es schnell teuer und unprofitabel. Einen versierten Partner an seiner Seite zu haben, ist unerlässlich. Wir hier in Hoflößnitz setzen seit vielen Jahren auf die Firma KLUG und sind sehr zufrieden.“

5 Tipps zur Bewässerung im Weinbau

1. Erst alle anderen Maßnahmen ausschöpfen!

Um den Boden vor dem Austrocknen etwas zu schützen und das Wasser so gut wie möglich zu speichern, ist z. B. der Anbau einer trockenheitstoleranten Unterlagsrebe sinnvoll, um den Weinstock vor Austrocknung zu schützen.

2. Woher soll das Wasser kommen?

Das ist eine der wichtigsten Fragen. Und eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung: Wieviel Wasserbedarf haben die Weinreben multipliziert mit der Fläche? Lohnt es sich, das Wasser in Tanks auf Anhängern zum Weinberg zu transportieren? Gibt es eine Talsperre oder ein Rückhaltebecken, aus dem ich Wasser entnehmen kann? Gibt es staatliche Förderprogramme, die den Bau von Fernwasserleitungen ermöglichen? Diese Fragen müssen sorgfältig beantwortet und dann alles genau durchgerechnet werden.

3. Wie soll bewässert werden?

In Zeiten einer fortschreitenden Dürre und sinkender Wasserpegelstände sollte sich jeder Winzer genau überlegen, ob eine Bewässerung wirklich unabdingbar ist. Das Ziel sollte keine blinde Ertragssteigerung sein. Stattdessen muss der Erhalt der Rebstöcke und die Qualität des Weines im Mittelpunkt stehen.

4. Intelligente Bewässerungssysteme von KLUG

Die mobilen PE-Tropfschläuche von KLUG sollten maximal 50 cm über dem Boden an den Reben befestigt werden. Gerade für Biowinzer ist das besonders zu empfehlen, da ansonsten die Blätter mit bewässert werden und sich so mehr Ungeziefer ansiedelt. Zudem gelangt das Wasser nicht vollumfänglich in den Boden. Die Tröpfchenbewässerung ist ideal, denn so wird der Boden konstant mit wenig Wasser versorgt, analog zu einem leichten Dauernieselregen für eine konstant gute Durchfeuchtung des Bodens. Das Eingraben der Schläuche ist nicht empfehlenswert, da die Flexibilität das A und O bei der Bewässerung ist. Sind die Schläuche mobil, können sie einfach umgelegt und gezielt dort eingesetzt werden, wo das Wasser am dringendsten benötigt wird.

5. Nur so viel, wie unbedingt nötig

In Hoflößnitz wird nach dem Austrieb, also ab dem 3- oder 5-Blatt-Stadium bewässert, meist von Juni bis August. Wichtig hierbei ist, flexibel zu sein. Regnet es mehr, wird die Bewässerung unterbrochen. Über Regenmesser im Weinberg verteilt wird die Niederschlagsmenge gemessen. Liegt diese bei ca. 50 mm/Monat, wird die Bewässerung auf 50 % gedrosselt, bei 60 – 70 mm entsprechend mehr. Bei Starkniederschlägen kommt im Boden nicht alles davon an, dann muss man etwas von dem Messwert abziehen.

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