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„Kunden zu Partnern machen“

veröffentlicht am 19. Juni 2018

„Kunden zu Partnern machen“

- RWZ bei Neuausrichtung auf Kurs
- Wettbewerbs- und Genossenschaftsrecht im Spannungsfeld

Auf der diesjährigen Generalversammlung der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) konnte der Vorstand vor über 400 Gästen den plangemäßen Vollzug aller wesentlichen im letzten Jahr angekündigten Maßnahmen zur Neuausrichtung der RWZ im Rahmen der Strategie PRIO verkünden. So wurden das Geschäftsbereichsportfolio zugunsten des Kerngeschäfts rund um Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau gestrafft, das operative EBIT leicht auf 13 Mio. EUR verbessert, das Konzernergebnis mit 2,1 Mio. EUR wieder in die Gewinnzone zurückgeführt, die Bankverbindlichkeiten um rund 50 Mio. EUR gesenkt, die Finanzierung gesichert und die Eigenkapitalquote auf 24% erhöht. Die derzeit rund 600 Mitglieder erhalten eine auf 2,5% erhöhte Dividende.

Das Geschäftsjahr 2018 verläuft nach Angaben des Vorstandes bislang witterungsbedingt etwas unter den Erwartungen; an der Gesamtjahresprognose bezüglich des geplanten Konzernergebnisses i.H.v. 3,5 Mio. EUR wird aber festgehalten. Um die notwendige Verbesserung des operativen Ergebnisses zu schaffen, müsse die RWZ in Punkto organisatorischer Leistungsfähigkeit und extern-fokussierter Kundenorientierung noch deutlich zulegen, so der Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes: „Wir wollen einfacher und besser werden und mit unseren Kunden belastbare Partnerschaften zementieren.“

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 kündigte Kempkes an, in den Geschäftsbereichen Agrartechnik, Kartoffeln, Weinbau/Kellerei und Profi-Gartenbau teils organisch, teils durch Beteiligungsmodelle wachsen zu wollen: „Wir werden unseren Weg, im genossenschaftlichen Verbund Allianzen zu schmieden, konsequent weitergehen.“ Letztlich ginge daran kein Weg vorbei, um sich in Anbetracht stark konsolidierender Bezugsmärkte wettbewerbsfähig aufzustellen, so dass Landwirte, Wein- und Gartenbauer optimal versorgt werden können. In seinen Ausführungen verwies Kempkes auf das „besondere Verhältnis“, welches Landwirte zu ihrer Genossenschaft, nicht zuletzt als deren Eigentümer, haben. „Genossenschaften sind für Landwirte gleichzeitig leistungsfähiger Lieferant und immer auch aufnahmefähiger Abnehmer für deren Agrarprodukte.“ Man könne die Landwirte auf inzwischen weltweit beeinflussten Bezugs- und Absatzmärkten „nicht alleine lassen“, weshalb „genossenschaftliche Zusammenarbeit im Sinne einer Bündelung von Kräften und Funktionen die einzige Option ist, eine regional geprägte und nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaft in Deutschland zu erhalten.“

In diesem Zusammenhang unterstrich der diesjährige Gastredner auf der RWZ-Generalversammlung Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, dass er Genossenschaften für eine wichtige und förderungswürdige Unternehmensform erachtet. Er bezog sich in seinen Ausführungen auch auf das im Koalitionsvertrag der amtierenden Bundesregierung festgehaltene Bekenntnis, das Genossenschaftsrecht besser mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar zu machen: „Das Geschäftsmodell der Genossenschaften – nämlich die wirtschaftliche Förderung ihrer eigenen Mitglieder – wird vom Kartellrecht überhaupt nicht in Frage gestellt. Zudem steht das Bundeskartellamt effizienzsteigernden Kooperationen mit dem Ziel verbesserter Produkte und Produktionsabläufe grundsätzlich positiv gegenüber. Wettbewerbliche Leitplanken sind aber zu beachten, wenn Genossenschaften untereinander oder mit Dritten Vereinbarungen treffen, die den Wettbewerb beschränken und die Abnehmer schädigen können“, so Mundt. Kempkes unterstrich noch einmal sein Anliegen, dass es „wettbewerbsrechtlich Möglichkeiten geben muss, um im genossenschaftlichen Verbund Allianzen einzugehen. Denn nur starke Genossenschaften können die Interessen des einzelnen Landwirts adäquat vertreten.“

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