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Landwirtschaft 4.0

Revolution des Arbeitsalltags

Landwirtschaft 4.0 – hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts geringeres als die digitale Revolution auf dem Acker und im Stall mit Hilfe eines Farm-Management-Systems. Gewusst wie, bedeutet das vor allem eins: eine riesige Arbeitserleichterung!

„Den meisten Landwirten ist gar nicht bewusst, wie einfach die ganze Dokumentation wäre, wenn sie in ihrem Betrieb ein Farm-Management-System nutzen würden“, ist Dr. Thorsten Krämer, Projektleiter für die Einführung des Farm-Management-Systems AO Agrar-Office der FarmFacts GmbH bei der RWZ, überzeugt. „Dabei ist die Dokumentation eigentlich sogar nur ein Nebenprodukt. Dahinter verbergen sich ungeahnte Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag erleichtern!“ Trotzdem überwiegt bei vielen noch die Skepsis vor vermeintlich komplizierter Technik und sie scheuen den einmaligen Aufwand für die Umstellung.

Wer kennt das nicht: Aktenordner, Kladden und Zettelwirtschaftim Büro. Zwar sind alle Informationen vorhanden, professionell und effektiv ist das aber nicht. Wird eine Information benötigt, fängt das große Suchen und Kramen an. Das kostet Zeit und Nerven – und ist vor allem völlig überflüssig. Dabei wird die Dokumentationspflicht für Betriebe nicht geringer, sondern wird noch weiter wachsen. In Zukunft ist es gar nicht mehr möglich, das Büro auf althergebrachte Weise zu organisieren.

Die meisten Betriebsleiter setzen zwar hier und da schon auf digitale Lösungen, haben eine App hierfür und ein Programm dafür. Allerdings sind das alles nur Einzellösungen für bestimmte Betriebsbereiche oder begrenzt auf bestimmte Hersteller, jeweils nur für ein kleines Problem. Was fehlt, ist eine Software, die all die vielen Apps und Programme zusammenführt – für den gesamten Betrieb und herstellerunabhängig. „Der Zug ‚Digitalisierung‘ fährt schon“, so Dr. Krämer weiter. „Es ist jetzt Zeit aufzuspringen, bevor der Zug zu schnell wird und abgefahren ist. Wer weiter zögert, verschenkt nur wertvolle Zeit.“ Den genauen Fahrplan für die Umstellung auf ein Farm-Management-System hat RWZ-agrarReport bei Dr. Thorsten Krämer (RWZ), Niklas Kloppenburg (RWZ) und Volker Möllenkamp (FarmFacts) erfragt.

RWZ-agrarReport:
Was muss ich als Betriebsleiter tun, wenn ich von meinen Insellösungen auf das Farm-Management-System ‚AO Agrar-Office‘ umstellen möchte?

Volker Möllenkamp:
Der Betriebsleiter wendet sich an die RWZ und im ersten Schritt werden mit dem Programm AO Agrar-Office alle vorhandenen Daten im Betrieb komplett digitalisiert. Das ist eine eigene zentrale Datenbank auf dem persönlichen Rechner des Landwirts, die auch nirgendwo sonst gespeichert wird und , in der alle meine Daten importiert und exportiert werden können als Basis für alles Weitere.

RWZ-agrarReport:
Das hört sich erst mal nach viel Arbeit an. Muss ich die Daten alle selber eingeben? Wenn ich dafür aber gar keine Zeit habe oder mir das nicht alleine zutraue, hilft mir dabei jemand?

Volker Möllenkamp:
Das ist der Riesenvorteil von FarmFacts. Wir sind eben keine anonyme Softwarefirma, die einfach ihre Programme verkauft und den Kunden damit alleine lässt. Bei FarmFacts gibt es nicht nur die Software, sondern vor allem auch ein großes Serviceteam im Hintergrund, das den Betriebsleiter unterstützt. Es kommt auch jemand vorbei und sagt, so, wir nehmen uns jetzt mal deinen ELAN Antrag, aus dem holen wir uns die Daten. Dann sind da Schläge, Konturen mit Nummer und Name schon mal drin. Als nächstes nehmen wir uns die Bodenproben vor und tippen bzw. lesen sie ein. Danach geht es weiter zur Nährstoffbedarfsberechnung und zu allen weiteren Schritten die anstehen.

RWZ-agrarReport:
Wird im Vorfeld eine Schulung durchgeführt?

Volker Möllenkamp:
Das läuft im Dialog mit dem Kunden. Je nachdem wie es gewünscht ist, bieten wir Workshops oder Einzelfortbildungen an, um den Betriebsleiter in der Software zu schulen, damit er mit dem neuen Instrument auch sicher umgehen kann. Ganz wichtig: niemand wird alleine gelassen!

RWZ-agrarReport:
Was mache ich mit meinen alten Insellösungen?

Volker Möllenkamp:
ELAN ist ja beispielsweise so eine Insellösung. Wir haben eine Schnittstelle zu ELAN und importieren die Daten daraus. Oder auch die Daten von Bodenproben.

Sind die Daten einmal in AO Agrar-Office drin, wird damit dann weitergerechnet. Das muss also einmal gemacht werden und dann nie wieder.

Dr. Thorsten Krämer:
Fundament des Ganzen ist das AO Agrar-Office. Dann kann man sich, je nachdem was gebraucht wird, weitere Lösungen dazukonfigurieren.

Volker Möllenkamp:
Ich bezeichne unser AO Agrar-Office immer als einen Tintenfisch mit vielen Armen. Mit seinen ‚Armen‘ kann das Programm auf meine Maschine zugreifen und holt sich die Daten daraus. So holen wir uns Daten aus verschiedenen Systemen, sofern sie digital da sind. Der Kunde kann umgekehrt auch die Daten wieder aus dem Programm per Knopfdruck rausholen und an einen gewünschten Dritten übermitteln. Ein ELAN-Antrag kann dann zum Beispiel auch wieder digital übergeben werden, zumindest was die Schlagkonturen anbelangt. So hat man dann eine Sammelschnittstelle als Basis, die dann eben Daten holt und Daten abgibt.

RWZ-agrarReport:
Das hört sich jetzt aber sehr nach ‚Datenkrake‘ an. Was passiert denn mit meinen Daten, Stichwort: Datenschutz? Als Landwirt möchte man sich ja auch nicht so gerne in die Karten schauen lassen. Was sagen Sie den Landwirten, die da Bedenken haben?

Volker Möllenkamp:
Ein ganz sensibles Thema. Jeder Landwirt hat ein bisschen Respekt davor, wenn Daten irgendwo gespeichert werden und er nicht genau weiß, was damit passiert. Bei FarmFacts wissen wir das! Wir achten ganz besonders auf höchsten Datenschutz und höchste Datensicherheit! Daten werden immer nur dann weitergegeben, wenn der Kunde es aktiv wünscht und einwilligt, wie im Beispiel mit dem ELAN-Antrag. AO Agrar-Office ist darüber hinaus eine Desktoplösung, bei der ich alle meine Daten bei mir im Betrieb habe und sie dann über Schnittstellen Dritten zur Verfügung stelle – wenn ich mich dafür entscheide. Der Herr der eigenen Daten bleibt auf diese Weise immer und ausschließlich der Landwirt selbst.

Dr. Thorsten Krämer (links), Projektleiter für die Einführung des Farm-Management-Systems "AO Agrar-Office" der Firma FarmFacts bei der RWZ, Niklas Kloppenburg (Mitte), Versuchsleiter des teilflächenspezifischen Maisaussaatsversuchs der RWZ am Niederrhein und Volker Möllenkamp (rechts), Vertriebsleiter West der FarmFacts GmbH im Interview mit RWZ-agrarReport.

RWZ-agrarReport:
Die Dokumentation ist ja eigentlich nur ‚Beiwerk‘. Ein Farm-Management-System kann ja viel mehr. Wie genau sieht diese Revolution des Arbeitsalltags aus?

Volker Möllenkamp:
FarmFacts bietet neben der Softwarelösung über die FarmFacts Akademie entsprechende Beratungsservices an. Wenn wir uns jetzt zum Beispiel den RWZ-Versuch über die teilflächenspezifische Aussaat (siehe Artikel „Mehr Ertrag durch teilflächenspezifische Aussaat“ weiter unten) ansehen, kann der Landwirt häufig nicht das Wissen im Detail haben. Bei diesem bestimmten Boden oder dieser Heterogenität können wir an dieser Stelle X Körner pro Quadratmeter ausbringen, um dann später zu einem höheren Ertrag zu kommen oder zu einem gleichen Ertrag bei geringerem Saatguteinsatz. Stichwort: Kostenersparnis. Bei Düngemitteln gilt es, unterm Strich die Menge an Düngemitteln auszubringen, die laut Gesetz erlaubt ist, und zwar an den Stellen, wo sie gebraucht werden. Stichwort: optimale Verteilung. Ich habe den Dünger da ausgebracht, wo er wirklich gebraucht wird und da eingespart, wo ich ihn besser nicht hinschmeiße. Stichwort: Umweltbelastung. Hier tut der Landwirt was für sein Image und seinen Boden.

Dr. Thorsten Krämer:
Der Nährstoff geht mir unter Umständen an einer Stelle verloren, wo die Pflanze nicht viel aufnimmt. Dann ist der wertvolle Dünger weg oder wird sogar im Boden festgelegt und für nächste Bedarfsermittlungen steht weniger zur Verfügung. Unter Umständen wird auf der Fläche die gleiche N-Menge gedüngt, der gleiche Ertrag kommt raus, aber durch die bessere Verteilung sind die N-Verluste geringer. Der Acker ist unheimlich heterogen, das hat man in unserem Maisversuch gesehen.

Ich habe meine Ressource Saatgut optimal eingesetzt und mehr Pflanzen da, wo es passt und weniger Pflanzen, wo es nicht passt.

Niklas Kloppenburg:
Es ist auch eine Ertragssicherheit, dass man den Boden im Hinblick auf die Wasserversorgung nicht über Gebühr beansprucht. Und noch ein wichtiger Punkt: Die Betriebe werden immer größer, haben unter Umständen viele Fremdarbeitskräfte, die die Flächen nicht so genau kennen. Hat man beispielsweise eine Applikationskarte für die teilflächenspezifische Maisaussaat erstellt, dann muss man nur noch auf ‚losfahren‘ drücken und der Rest ist eingestellt.

RWZ-agrarReport:
Ein anderes Thema: ‚Wetterdaten‘. Was leistet FarmFacts hier?

Volker Möllenkamp:
Mit den Lösungen von FarmFacts können Sie eigene Wetterdaten aus der betriebseigenen Wetterstation einlesen und verwalten, also das Kleinklima. FarmFacts greift aber auch auf Wetterdaten umliegender Wetterstationen zurück, die via Internet digital kommunizieren können. Dann kann ich sehen, ist es sinnvoll, jetzt schon auszusäen, ist es schon warm genug, oder, oder, oder. Das kann ich mit Zahlen belegen und dies bietet auch Rechtssicherheit, z. B. bei der Düngung oder der Pflanzenschutzausbringung.

Dr. Thorsten Krämer:
Gerade im Pflanzenschutz gibt es auch viele Produkte mit Temperaturauflage. Das wird auch mitgespeichert und dient als Rückversicherung: Ja, ich durfte Clomazone ausbringen, weil die Tageshöchsttemperatur nur 24 Grad betragen hat. Das bietet dem Landwirt eine Sicherheit bei Dokumentationen beispielsweise bei einer Cross Compliance Prüfung. Genau dasselbe gilt bei Windgeschwindigkeiten. Abdrift und die damit verbundenen Haftungsfragen sind längst ein Riesenthema.

RWZ-agrarReport:
Wie lange dauert die Umstellung auf ein Farm-Management-System, bis ich die Arbeitserleichterung auch im Betrieb spüre?

Volker Möllenkamp:
Das ist eine individuelle Geschichte. Es gibt die EDV-affinen Landwirte und die weniger EDV-affinen Landwirte. Alles von einem halben Jahr bis zwei Jahre wird es definitiv dauern, zumal man den Schritt nicht wirklich mit einem Zeitraum festmachen sollte, weil keiner sagen kann, was uns die Gesetzgebung im zweiten Schritt noch alles auferlegen wird. Wenn ich allerdings den ersten Schritt nicht gehe, dann wird es immer schwieriger, noch in das Thema einzusteigen. Deswegen ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt zu sagen: So, ich steige da ein, ich mache mich schlau, ich gehe diesen Weg – und muss dann halt wie bei allem im Leben am Ball bleiben. Da werde ich mich auf Dauer auch nicht gegen wehren können.

Dr. Thorsten Krämer:
Bei FarmFacts arbeiten über 30 Programmierer und halten alle diese Lösungen auch immer up to date. Das ist natürlich wichtig bei der neuen Düngeverordnung oder auch allen anderen zukünftigen regulatorischen Neuerungen. Diese werden bei FarmFacts in Form von Updates und neuen Programmen aufgenommen.

Volker Möllenkamp:
In Zukunft werden auch nur professionelle und am Markt etablierte Softwareunternehmen dieser ganzen Datenflut und der vielen äußeren Einflüsse Herr werden. Wenn ich Software entwickle, habe ich unglaublich viele Dinge zu beachten, es kommen immer neue Schlepperhersteller dazu, immer mehr Schnittstellen zu Maschinen, und die kann ein kleineres Unternehmen gar nicht stemmen. Bei Produkten, die die Zulassung verlieren, erscheint eine Warnmeldung. Wir aktualisieren mindestens einmal monatlich unsere Systemdaten, also alles was Zulassungen, Abstandsauflagen, etc. angeht, sodass der Landwirt immer auf dem aktuellen Stand ist, was die gesetzlichen Bestimmungen angeht. Rechtssicherheit – ein ganz wichtiger Punkt. All das muss heutzutage mit einer Software überwacht werden, das kann ich als Landwirt nicht mehr wirklich durch ‚Zeitung lesen’ abdecken.

Dr. Thorsten Krämer:
Wir sind froh, mit FarmFacts ein traditionelles und im Agrarbereich erfahrenes Unternehmen als Partner zu haben. Das Unternehmen gibt es bereits seit über 30 Jahren und heißt seit 2015 FarmFacts.

 

 

Datenpotenzial nutzen!

Schon bei der Nutzung von GPS-Daten war die Landwirtschaft Vorreiter. Komplexe Prozessabläufe wie die Zuckerrüben- oder Silomaisernte können in Echtzeit überwacht und organisiert werden. Sensortechnik unterstützt mit Echtzeitmessungen Landwirte bei der optimalen Nährstoffversorgung ihrer Pflanzen. Die Überwachung ganzer Tierherden, Messeinrichtungen zur Bestimmung von Milchinhaltsstoffen oder Systeme zur Klimakontrolle leisten einen sinnvollen Beitrag zum Tierwohl und dienen der Arbeitserleichterung. Die Technik in der Landwirtschaft ist größtenteils schon mit diesen Hilfsmitteln ausgerüstet. Genutzt wird dieses Potenzial allerdings noch nicht genug, da oft die entsprechende Software fehlt. Ein Farm-Management-System vernetzt betriebswirtschaftliche Daten gezielt und hebt sie auf ein neues Level. Nur, wenn alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt werden, wird die gesamte Produktion optimiert.

Landwirten stehen heutzutage Informationen über Ertrag, Bodeneigenschaften und Meteorologie zur Verfügung und sie kennen den Entwicklungsstand ihrer Feldfrüchte. All diese Punkte werden meist jedoch einzeln und nur temporär analysiert und genutzt. Das Potential dieser Daten kann erst voll ausgespielt werden, wenn sie digitalisiert sind und in einem Farm-Management-System zusammengeführt werden. Echtzeitinformationen zu Wetter, Bodenzustand oder Marktpreisen sind für den modernen Landwirt Entscheidungshilfen von der Einsatzplanung von Mitarbeitern, über die Aussaat bis hin zur Vermarktung von Hoflagerpartien. Satellitenbilder und Bodenproben werden übereinandergelegt,  um so die Heterogenität auf dem Acker zu veranschaulichen. Mit Hilfe dieser Bilder ist es möglich, eine standortangepasste Düngung und Aussaat vorzunehmen und teure Betriebsmittel einzusparen oder sinnvoller zu verteilen. Eine an den Entwicklungsstand der Pflanzen angepasste, automatische Beregnung der Kulturen spart Zeit, Geld und Wasser. Für Lohnunternehmen kann ein Farm-Management-System als Flottenmanager fungieren. Lückenlos lassen sich Zeiten und Positionen der Maschinen erfassen. Fahrer können von lästigen Dokumentationsaufgaben wie der Erfassung von Arbeitszeit oder Flächenleistung entbunden werden. Auch die Abrechnung von Aufträgen kann unmittelbar nach Erledigung der Aufträge erfolgen. Dadurch kommen Liquiditätslücken gar nicht auf.

Mehr Ertrag durch teilflächenspezifische Aussaat

Ein vielversprechender Maisversuch der RWZ am Niederrhein zeigt, dass teilflächenspezifische Aussaat praxistauglich ist und nur wenig Mehraufwand bedeutet. Das sportliche Ziel: mehr Ertrag bei gleicher Betriebsmittelmenge, in diesem Fall Maissaatgut.

Der Trick: Die Aussaatstärke an die Ertragserwartung des Bodens anpassen. Also, je besser der Boden, desto höher die Aussaatstärke und umgekehrt, je schlechter der Boden, desto geringer die Aussaatstärke – das Betriebsmittel Saatgut wird umverteilt. Grundlage: eine Aussaatkarte mit fünf verschiedenen Aussaatstärken, die aus einer TalkingFields Basiskarte und mit Hilfe des innovativen und internetbasierten Farm-Management-Systems ‚NEXT Farming‘ von FarmFacts generiert wurde. Für die Talking-Fields Basiskarte werden Satellitendaten von über zehn Jahren ausgewertet, um Einflüsse durch Witterung und unterschiedlichen Fruchtarten auszuschließen. Die technische Seite des Versuchs wurde von Fendt und Amazone begleitet.

Versuchsaufbau
Fragen wie „Welche Aussaatstärke wähle ich aus?“, „Welche Anforderungen werden an die Technik gestellt?“ oder „Welche Vorarbeiten müssen geleistet werden?“ galt es zu beantworten. Aus der TalkingFields Basiskarte mit den verschiedenen Ertragszonen ergeben sich die Zonen für die fünf verschiedenen Aussaatstärken.

Stand vom 16.05.2017

„Innerhalb der Versuchsfläche von rund 22 ha schwankt die Bodenbeschaffenheit stark, der Schlag ist sehr inhomogen“, so Niklas Kloppenburg, der den Versuch seitens der RWZ mit koordiniert hat. „Deswegen haben wir fünf Aussaatstärken zwischen 75.000 und 95.000 Körner/ha und zwei Maissorten gewählt, die keine Kompensationstypen sind, womit sich mögliche Unterschiede sichtbarer machen lassen. Je Sorte haben wir zwei Kontrollstreifen angelegt und um den Versuch einen Rand. Pflanzenschutz und Düngung waren über die gesamte Fläche gleich.“

Technik: Fendt und Amazone
Für die Aussaat kam ein Fendt Vario 724 mit RTK-Lenksystem und eine Amazone ED 6000 2C Super mit einem Reihenabstand von 75 cm zum Einsatz. Diese Einzelkornsämaschine kann die Saatstärke während der Fahrt automatisch anpassen – absolute Grundvoraussetzung für den Versuch, da die Aussaatstärke innerhalb einer Aussaatspur nach Applikationskarte teilweise mehrfach variiert hat. Die unterschiedlichen Aussaatstärken wurden hierbei durch die Variation der Ablageweite innerhalb einer Reihe erreicht.

Fazit
„Dass die teilflächenspezifische Aussaat gut funktioniert, haben wir schon kurz nach dem Auflaufen festgestellt“, so Niklas Kloppenburg weiter. „Wir haben in den verschiedenen Reihen mit variierenden Aussaatstärken die Maispflanzen auf einer definierten Strecke gezählt und überprüft, ob wir auch exakt die Pflanzenzahlen pro Hektar gemäß Applikationskarte ausgesät haben. Unser Fazit nach der Ernte: Die für teilflächenspezifische Aussaat verfügbare Technik am Markt ist absolut praxistauglich.

Stand vom 06.06.2017

Zwar hat man einmalig zusätzlichen Aufwand für das Erstellen der Applikationskarten für die Aussaat, aber die Karte kann bis zu zehn Jahre genutzt werden. Die Erntemenge im Praxisversuch zeigte die Tendenz, dass bei Mais bis zu 10 % Mehrertrag und noch mehr durch die bessere Ausnutzung von Platz, Licht, Wasser und Nährstoffen durchaus möglich sind.“

Für die TalkingFields Basiskarte werden langjährige Satellitendaten ausgewertet. Hiermit werden die Hoch- und Niedrigertragszonen nach dem Import mit NEXT Farming im Schlag sichtbar.
Aussaatkarte: Das NEXT Applikationskartencenter übernimmt die Verteilung des Saatguts optimal auf die Hoch- und Niedrigertragszonen.
Dr. Thorsten Krämer

Dr. Thorsten Krämer

Fachberatung

Telefon: 0221 / 16 38-172
E-Mail: thorsten.kraemer(at)rwz.de

Niklas Kloppenburg

Fachberatung

Telefon: 0221 / 16 38-378
E-Mail: niklas.kloppenburg(at)rwz.de

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